Weihnachtliche Gewürze

Weihnachtliche Gewürze

Wenn der typische würzige Duft in der Luft liegt, wissen wir, dass Weihnachten näher rückt. Die unnachahmliche Mischung aus Zimt und Nelken, Vanille und Anis, Piment, Kardamom und Muskat riecht so gemütlich-weihnachtlich und exotisch zugleich. Die meisten weihnachtlichen Gewürze sind tatsächlich kostbare Exoten aus fernen Ländern. Neben ihrem leckeren Geruch und Geschmack haben die Gewürze auch viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe zu bieten oder werden gar als Heilmittel verwendet.

Geschmacksträger und Heilmittel zugleich

Gewürze sind Teile von Pflanzen, die wegen ihrer natürlichen Geschmacks- und Aromastoffe zum Würzen eingesetzt werden. Einzeln oder in Kombination bereichern sie unser Essen um eine unendliche Vielfalt geschmacklicher Nuancen. Doch die leckeren Geschmacksträger können noch mehr. Traditionell werden viele Gewürze als Heilmittel eingesetzt. Für heilende Wirkungen sind jedoch meistens Mengen erforderlich, die im Essen ungenießbar wären. Doch selbst in kleinen Mengen wirken viele Gewürze appetitanregend. Manche kurbeln die Produktion von Magensaft an und fördern die Verdauung. Die Freude am Essen erhöhen sie auf jeden Fall!

Gewürznelken verbreiten nicht nur beim Würzen sondern auch als Dekoration Weihnachtsstimmung. Mit den Nelkenknospen werden traditionell Muster in frische Orangen gesteckt, so dass sich ein wunderbarer Duft ausbreitet. Die Gewürznelkenbäume stammen aus Indonesien, wo auch heute noch viele Gewürznelken herkommen. Ihre zunächst grünen, dann hellroten Knospen werden getrocknet. Die dann braunen Gewürznelken enthalten reichlich ätherische Öle. Sie riechen intensiv-würzig und ihr Geschmack ist recht scharf. Gewürznelken werden beim Kochen vielseitig eingesetzt, sowohl für die Weihnachtsbäckerei und den Glühwein, als auch für herzhafte Gerichte wie Wild, Rotkohl und Eintöpfe. Ganze Nelken sollen traditionsgemäß auch bei Zahnschmerzen helfen, da Nelkenöl desinfizierend wirkt.

Die echte Vanille gehört auch heute noch zu den teuren Gewürzen. Vanilleschoten sind die Früchte einer in Mittelamerika beheimateten Orchideenart. Sie werden unreif geerntet und fermentiert. Dabei entwickeln sie ihre dunkle Farbe und das zarte Aroma. Verwendet wird das saftige Mark der Vanilleschote. Dieses enthält Vanillin als wichtigsten Aromastoff. Er schmeckt mild und süßlich. Vanillin kann auch synthetisch hergestellt werden. Diese Komposition verschiedener Aromastoffe ist zwar deutlich billiger, erreicht jedoch nicht die volle Geschmacksqualität echter Vanille. Mit Vanille werden vor allem Süßspeisen und Gebäck verfeinert. Zudem wird Vanille eine entspannende Wirkung auf Körper und Seele nachgesagt.

Anis kommt in ganzen Samen oder gemahlen in den Handel. Die sonnenliebende Anispflanze wächst in Europa vor allem im Mittelmeerraum. Ihre weißen Dolden bilden Früchte, deren helle Samen  süßlich-herb schmecken. Anis wird von jeher für Brot- und Backwaren nicht nur in der Weihnachtszeit verwendet. Auch Süßspeisen und Liköre erhalten durch Anis einen feinwürzigen und frischen Geschmack. Anis wirkt appetitanregend, verdauungsfördernd und beruhigend.

Der dekorative Sternanis eignet sich prima zum Schmücken. Er schmeckt zwar ähnlich wie Anis, stammt jedoch von einem in Asien heimischen Baum. Die getrockneten Früchte enthalten reichlich ätherische Öle. Sie verleihen vor allem Glühwein und Punsch eine aromatische Note, werden aber auch für Weihnachtsgebäck verwendet.

Kardamom ist neben Safran und Vanille eines der teuersten Gewürze. Es gehört zur Familie der Ingwergewächse. Die Fruchtkapseln mit den Kardamomsamen werden unreif geerntet und getrocknet. Manchmal werden die Kapseln mit vermahlen, was jedoch die Würzkraft schwächt. Kardamom duftet intensiv aromatisch und schmeckt feurig-würzig. In Lebkuchen und Glühwein darf Kardamom nicht fehlen, aber auch in der Weihnachtsbäckerei sowie in herzhaften Gerichten und Currys ist der Scharfmacher häufig anzutreffen. Kardamom wird eine leicht antibiotische Wirkung sowie ein anregender Effekt auf den Stoffwechsel nachgesagt.

Die Muskatnuss besitzt einen ganz eigenen Geschmack, einerseits feurig-süß, aber auch leicht bitter. Die riesigen Muskatbäume wachsen insbesondere in Indonesien. Ihre aprikosenartigen Früchte enthalten geriffelte Samenkerne – die Muskatnüsse. Auch die rötliche Umhüllung der Samen wird als Muskatblüte zum Würzen verwendet. Muskat eignet sich für fast alle Gerichte, von Gemüse und Fleisch über Suppen und Soßen bis zu Desserts. Mit diesem Gewürz sollte man sehr sparsam umgehen. Zum einen würzt es sehr intensiv, und in größeren Mengen wirkt Muskat giftig.

Piment ist auch als „Nelkenpfeffer“ oder „Allgewürz“ bekannt. Denn Piment vereint die Aromen von Gewürznelken, Zimt, Muskat und Pfeffer. Die kugelrunden Beeren stammen vom Pimentbaum, der in Mittelamerika und vor allem Jamaika heimisch ist. Das scharf schmeckende Gewürz wird vermahlen oder als ganze Körner verwendet. In Aachener Printen, Lebkuchen, Pfefferkuchen und Spekulatius gehört Piment. Zudem verleiht das Allgewürz Suppen, Fleisch- und Kohlgerichten ein würzig-scharfes Aroma. Piment ist magenfreundlich und soll Blähungen mindern.

Zimt gilt wohl als das weihnachtlichste aller Gewürze. Zimtstangen bestehen aus der getrockneten Innenrinde des Zimtbaumes. Dieser stammt ursprünglich aus Sri Lanka (ehemals Ceylon), wird heute aber auch in vielen Ländern Asiens, in Madagaskar und Südamerika angebaut. Man unterscheidet zwischen Kassia-Zimt und Kaneel. Während Kassia-Rinde sich beim Trocknen von beiden Seiten her aufrollt, bildet Kaneel eine durchgängige Rolle. Je dünner die Zimtrinde, desto feiner ist ihr Geschmack. Zimt wird gemahlen als Pulver verwendet oder als ganze Zimtstange mitgekocht. Mit seiner süßen und aromatischen Würze verfeinert er vor allem Backwaren und Süßspeisen.

Kassia-Zimt enthält mehr von dem natürlichen Aromastoff Cumarin. Cumarin kommt auch in Waldmeister vor und kann in größeren Mengen Leberschäden verursachen. Es empfiehlt sich daher, bei Zimtstangen den feinblättrigen, durchgängig aufgerollten Ceylon-Zimt (Kaneel) zu bevorzugen. Zimtpulver sollten bei empfindlichen Menschen und Kindern nur in kleinen Mengen verwendet werden. Bei fertigen Zimtsternen und zimthaltigen Gebäcken gelten Grenzwerte und viele Produkte wurden bereits auf Ceylon-Zimt oder Zimtaroma umgestellt.

Gewürze richtig lagern

  • Die richtige Lagerung sorgt dafür, dass Gewürze ihr typisches Aroma und die volle Würzkraft bewahren.
  • Lagern Sie Gewürze stets trocken und kühl in verschlossenen Beuteln oder Gefäßen.
  • Schützen Sie die kostbaren Geschmacksspender vor Lichteinfall, da sie sonst   ihre Farbe und auch Aroma verlieren.
  • Ganze Gewürze sind länger haltbar als gemahlene.
  • Geöffnete Packungen sollten möglichst innerhalb eines halben Jahres verbraucht werden.