Palmöl - nachhaltiger Anbau

Palmöl

Vielleicht denken Sie: Ich verwende gar kein Palmöl. Doch vermutlich verzehren und verarbeiten Sie mehr Palmöl als Sie glauben. Denn Palmöl ist derzeit eines der bedeutendsten pflanzlichen Öle. Es steckt in zahlreichen Lebensmitteln und verschiedenen Kosmetikartikeln. Palmöl ist in der Industrie beliebt, da es sich leicht gewinnen und gut verarbeiten lässt. Doch der klassische Palmölanbau zerstört in den Anbauländern häufig die Artenvielfalt und beeinflusst das Klima. Hier erfahren Sie, was zum Schutz von Umwelt und Klima getan werden kann und wie nachhaltiges Palmöl gefördert wird.

Wo kommt Palmöl her und wo steckt es drin?

Gewonnen wird Palmöl aus den Früchten der Ölpalme. Das Palmkernöl wird aus den Fruchtkernen gepresst. Jährlich werden rund 50 Mio. Tonnen Palm(kern)öl produziert. Das ist doppelt so viel wie noch vor 10 Jahren. Die Anbaufläche hat sich seit 1985 verzehnfacht. Palmöl macht heute etwa ein Drittel der gesamten Pflanzenölproduktion aus.

Verwendet wird Palmöl beispielsweise zur Margarineproduktion. Das vielseitige Öl dient auch als Frittierfett oder Glasur bzw. Überzugsmasse. Oft ist es auch Bestandteil von Fertiggerichten, Keksen, Snackprodukten und Dessertcremes. Palmkernöl wird zudem zur Produktion von Rohstoffen verwendet, die in zahlreichen Kosmetikartikeln, Seifen, Shampoos und Sonnenschutzmitteln eingesetzt werden.

Die Palmölproblematik

Die ursprünglich in Afrika beheimatete Ölpalme wird inzwischen auch im tropischen Amerika und in Südostasien kultiviert. Hauptanbauländer sind Indonesien und Malaysia. Das Anlegen konventioneller Palmölplantagen ist allerdings häufig mit Schäden für Umwelt und Klima verbunden. Die übliche Brandrodung verursacht einen hohen CO2-Ausstoß. Da für die Plantagen große Flächen tropischen Regenwaldes gerodet werden, leidet die lokale Artenvielfalt. In Indonesien bedrohen Ölpalmenplantagen zum Beispiel den Lebensraum der Orang-Utans.

Initiative für nachhaltiges Palmöl

Um negative Folgen für Umwelt und Klima zu vermeiden, wird ein nachhaltiger Anbau von Ölpalmen gefordert. Zum Schutz des tropischen Regenwaldes setzt sich real,- für die Förderung des nachhaltigen Anbaus von Ölpalmen ein. Seit 2011 ist die Metro Group Mitglied beim Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO).

Ziel der 2004 gegründeten Organisation RSPO ist die Förderung nachhaltiger Anbaumethoden für Palmöl. Im Dialog mit allen Beteiligten hat der RSPO globale Richtlinien und Kriterien entwickelt, um eine tropenwaldfreundliche und sozial gerechte Palmölproduktion voranzutreiben, bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu schützen und den Einsatz von Chemikalien zu begrenzen. Zudem zeigt die Organisation auf, welche Alternativen es zum konventionellen Palmöl gibt.

Zertifikate fördern nachhaltigen Anbau

Da bisher nicht ausreichend nachhaltig gewonnenes Palmöl verfügbar ist, kann die Industrie den nachhaltigen Anbau auch durch den Kauf von Zertifikaten unterstützen. Die mit dem RSPO verbundene Organisation GreenPalm dient als Handelsplattform für solche Zertifikate. Mit den Einnahmen unterstützt sie die Palmölhersteller bei der Umstellung auf nachhaltige Produktion.

Nachhaltiges Palmöl bei real,-

Bereits jetzt bietet real,- Eigenmarkenprodukte an, die nachhaltig angebautes Palmöl enthalten. In Zusammenarbeit mit den Lieferanten der Eigenmarkenprodukte werden Möglichkeiten erarbeitet, wie künftig auf Palmöl aus nicht nachhaltigen Quellen verzichtet werden kann. Schrittweise wird real,- das Eigenmarkensortiment bis 2015 so umstellen, dass bei der Herstellung der Artikel ausschließlich nachhaltiges Palmöl bzw. alternative Rohstoffe verwendet werden. Wo dies noch nicht möglich ist, wird der nachhaltige Anbau durch den Erwerb von GreenPalm-Zertifikaten unterstützt.

Alternativen zu Palmöl?

Die Nachfrage nach Palmöl steigt stetig und bewirkt die oben genannten Schäden an Klima und Umwelt. Insofern stellt sich grundsätzlich die Frage, ob anstelle von Palmöl auch andere Pflanzenöle verwendet werden können. Doch der Austausch gestaltet sich schwierig.

Ein wesentlicher Vorteil der Ölpalmen ist ihr hoher Ertrag. Für den Anbau einer Tonne Erdnuss- oder Rapsöl wird im Vergleich zu Palmöl eine 10-mal größere Fläche benötigt. Dies liegt unter anderem am hohen Ölanteil der Früchte der Ölpalme. Aus ihrem Fruchtfleisch können 45-50 % Palmöl gewonnen werden und aus den Kernen rund 50 % Palmkernöl. Auch tierische Fette bieten keine gute Alternative, da sie im Vergleich zu pflanzlichen Fetten weniger gesunde Fettsäuren enthalten.

Auch aus technologischer Sicht ist ein Austausch mit anderen Fetten problematisch. Palmöl ist sehr hitzestabil und lässt sich gut mit Kakaobutter kombinieren. Bei schokolierten Produkten hat dies beispielsweise den Vorteil, dass sich kein Fettreif bildet.

Zudem stellt die Palmölproduktion für viele Länder einen bedeutsamen Wirtschaftsfaktor dar und ist für Millionen von Menschen lebenswichtig, da sie deren Lebensgrundlage sichert.

Aus diesen Gründen konnte bisher noch keine zufriedenstellende Alternative zum Palmöl gefunden werden. Umso mehr machen sich Lebensmittelproduzenten und -händler, wie beispielsweise auch real,- für verträglichere Anbaumethoden stark.

Tipp: Mehr Informationen zum Thema Palmöl sowie zum Roundtable on Sustainable Palm Oil und GreenPalm finden Sie unter: www.rspo.org, www.rspo.info und www.greenpalm.org.