Nudeln: Schnell und vielseitig

Nicht nur Kinder lieben Nudeln. Auch Erwachsene schätzen die vielseitigen Teigwaren. Denn Nudeln sind sehr lange haltbar und im Handumdrehen zubereitet. Durch die zahlreichen Formen, Saucen und Zubereitungsarten schmecken die Verwandlungskünstler immer wieder anders. Außerdem liefern sie schnell Energie, was nicht nur Sportlern mehr Power gibt. Die Vielzahl an Nudelsorten und -Namen sorgt jedoch auch für Verwirrung. Hier finden Sie ein kleines Lexikon der Nudeln sowie die ultimativen Tipps zum Nudelkochen.
Wer hat’s erfunden: Italiener oder Chinesen?
Die ältesten Nudeln wurden in China entdeckt und sind bereits über 4.000 Jahre alt. Lange glaubte man, dass Marco Polo die Nudeln erst im 13. Jahrhundert nach Europa brachte. Doch auch bei den antiken Griechen und den Etruskern wurden Nudeln gefunden. Eigentlich nicht erstaunlich, dass man an verschiedenen Enden der Welt auf die Idee kam, so ein einfaches, aber lagerfähiges und leckeres Lebensmittel herzustellen.
Nudel-Nährstoffe geben Power
Da Nudeln fast ausschließlich aus Getreide bestehen, enthalten sie vor allem Stärke. Diese ist leicht verdaulich und liefert viel Energie. Nicht umsonst stärken sich Sportler vor einem Wettkampf gerne mit Nudeln. Zudem liefern Nudeln einige B-Vitamine und größere Mengen an blutbildendem Eisen. Den höchsten Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen haben Vollkorn-Nudeln, da hier die nährstoffreichen Randschichten des Getreidekorns mit verarbeitet werden. Vollkorn-Nudeln punkten auch mit reichlich verdauungsfördernden Ballaststoffen.
Teigwaren mit und ohne Ei
Der deutsche Name „Nudel“ soll übrigens von „Knödel“ abstammen. In der Fachsprache heißen Nudeln Teigwaren, denn sie werden aus einem Teig aus Getreide und Wasser hergestellt. Anschließend werden sie in Form gepresst oder geschnitten und meistens getrocknet. Der Vorteil getrockneter Nudeln ist ihre nahezu unbegrenzte Haltbarkeit. Frische Nudeln sollten dagegen möglichst bald verzehrt werden.
Der Nudelteig besteht normalerweise nur aus Hartweizengrieß, Wasser und etwas Salz. Eiernudeln enthalten, wie der Name schon sagt, zusätzlich Eier. Die Eier festigen den Teig, insbesondere wenn Weichweizen verwendet wird. Dadurch bekommt der Teig eine goldgelbe Farbe und lässt sich besonders gut formen.
Bunte Vielfalt aus Vollkorn, Mais oder Reis
Das einfache Nudel-Grundrezept lässt sich vielfältig variieren. Zum Beispiel durch Verwendung anderer Getreidesorten wie Roggen, Dinkel, Mais, Buchweizen oder Reis.
Bunte Nudeln entstehen durch Zugabe färbender Zutaten, wie Sepiatinte für schwarze Nudeln und Spinat oder Brennnesseln für grüne Nudeln. Tomaten, Peperoni oder Rote Bete ergeben eine rote Färbung. Diese Zutaten beeinflussen auch den Geschmack. Für weitere geschmackliche Nuancen sorgen Gewürze, Kräuter oder Pilze im Nudelteig.
Spezialitäten aus Süddeutschland und Fernost
In Deutschland tut sich vor allem der Süden durch seine Nudelspezialitäten hervor. Am bekanntesten sind wohl die Schwäbischen Spätzle. Der Teig aus Weizen, Ei und Wasser wird von einem Brett direkt in das kochende Wasser geschabt. Deshalb sind Spätzle so unregelmäßig geformt. Die runden Knöpfle presst man dagegen durch ein Sieb. Maultaschen bestehen wie die italienischen Ravioli aus zwei miteinander verklebten Teigplatten, die verschiedene Füllungen enthalten.
Asiatische Nudeln werden häufig aus Reisstärke hergestellt und erhalten dadurch eine sehr helle Farbe. Auch der kräftigere und dunklere Buchweizen wird in Asien gerne für Nudeln verwendet. Weizennudeln heißen ich China „Mie“ und in Japan „Ramen“. Glasnudeln dagegen bestehen aus Mungobohnenstärke. Die schneeweißen Nudeln benötigen nur eine extrem kurze Kochzeit und werden sehr weich und fast transparent.
Kleines Nudel-Lexikon
Von unerschöpflicher Kreativität zeugt die Palette der Nudelformen. Sie werden zunächst in lange Nudeln (italienisch „pasta lunga“ und kurze Nudeln („pasta corta“) eingeteilt. Hier einige gängige Sorten:
- Spaghetti, Spaghettini, Capellini: Lange, dünne, runde Nudeln in verschiedenen Stärken, wobei Cappellini die dünnste Variante darstellen
- Maccheroni: Lange Röhrennudeln, die innen hohl sind
- Cannelloni: Dicke Röhrennudeln, die meist gefüllt werden
- Tagliatelle, Fettucine, Pappardelle: Schmale und breite Bandnudeln, Pappardelle sind besonders breit und manchmal am Rand gezackt
- Lasagne: Große flache Nudelplatten für Aufläufe
- Linguine: Flache Spaghetti
- Penne, Rigatoni: Kurze Röhrennudeln, wobei Penne meist schräg angeschnitten und Rigatoni geriffelt sind
- Fusilli: Kurze, spiralförmig gedrehte Nudeln
- Farfalle: Schleifennudeln aus einer Teigplatte, die an den Rändern gezackt und in der Mitte zusammengedrückt wird
- Conchiglie, Conchiglioni: Muschelförmige Nudeln in verschiedenen Größen
- Ravioli: Rechteckige Teigtaschen mit gezacktem Rand und verschiedensten Füllungen
- Tortellini, Tortelloni: Ringförmige Teigtaschen mit verschiedensten Füllungen, Tortelloni sind etwas größer als Tortellini.
Tipps zum Nudelkochen
Das Wichtigste beim Kochen von Nudeln ist ein ausreichend großer Topf und reichlich Wasser. Geben Sie die Nudeln ins sprudelnd kochende Wasser und rühren Sie vor allem am Anfang häufiger um.
Öl ins Wasser – ja oder nein? Ein Schuss Öl im Kochwasser verhindert, dass die Nudeln zusammenkleben. Allerdings nehmen die Nudeln dann die Soße schlechter auf. Wer viel Soße an den Nudeln haben möchte, sollte also auf Öl verzichten und lieber häufiger umrühren.
Die Kochzeit variiert je nach Nudelsorte zwischen 3 und 15 Minuten. Halten Sie die empfohlene Kochzeit genau ein, damit die Nudeln wirklich „al dente“, also bissfest werden. Bei Bedarf zwischendurch probieren, ob sie schon gut sind.
Nudeln nicht abschrecken, sondern möglichst sofort servieren. Damit sie nicht verkleben, kann man sie direkt mit der Soße oder mit etwas Butter vermischen. Auch etwas Kochwasser in der Schüssel verhindert das Verkleben.
Nudel-Mengen pro Person:
- Hauptgericht: gut 100 g Nudeln
- Beilage: ca. 80 g Nudeln
- Suppeneinlage: ca. 20 g Nudeln





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