Gesunde Schärfe: Zwiebeln und Knoblauch

Zwiebeln und Knoblauch

Fast jeder hat in der Küche Zwiebeln und oft auch Knoblauch vorrätig. Die Scharfmacher gelten als günstige und schmackhafte Zutat für vielerlei Gerichte. Weit weniger Beachtung findet die immense gesundheitliche Wirkung der unscheinbaren Knollen. Dabei enthalten die Zwiebelgewächse eine ganze Reihe von Inhaltsstoffen, die Bakterien bremsen, unsere Zellen schützen oder die Blutfettwerte verbessern. Wir verraten, welche das sind und wie sie wirken. Dazu geben wir Tipps, wie man beim Zwiebelschneiden ohne Tränen davonkommt.

Zahlungsmittel, Opfergabe und Medizin seit 5.000 Jahren

Zwiebeln werden bereits seit über 5.000 Jahren angebaut. Die alten Ägypter verwendeten sie angeblich als Zahlungsmittel beim Pyramidenbau und gaben selbst ihrem König Tutanchamun Zwiebeln mit ins Grab. Auch die Heilwirkung war bereits bekannt und wurde beispielweise bei entzündeten Wunden genutzt.

Erst die Römer machten Zwiebeln in Mitteleuropa bekannt. Im 19. Jahrhundert entdeckte dann der französische Wissenschaftler Louis Pasteur, dass einige Inhaltsstoffe der Zwiebeln das Wachstum von Krankheitserregern hemmen. So wurden die segensreichen Scharfmacher während des ersten Weltkrieges häufig als Antibiotika-Ersatz genutzt.

Zwiebeln gelten bei uns seit Urzeiten als Hausmittel. So wird Zwiebelsaft oder Zwiebelsirup traditionell bei Erkältungen und Husten verwendet. Und gedünstete Zwiebeln oder Zwiebelwickel sollen Entzündungen zum Beispiel im Ohr beruhigen.

Scharfe Liliengewächse als in der Küche

Zwiebeln und Knoblauch, aber auch Lauch und Spargel zählen zu den Liliengewächsen. Es gibt die leckeren Knollen in unzähligen Variationen von der kleinen schalenlosen Silberzwiebel über feine Schalotten bis zur mildwürzigen roten Zwiebel. Gemeinsam ist den Zwiebeln und Lauchgewächsen ihr beißend-scharfer Geschmack und der stechende, etwas schweflige Geruch.

Für den brennend-scharfen Geschmack und den typischen Geruch von Zwiebeln und Knoblauch sorgen schwefelhaltige Pflanzenstoffe, so genannte Sulfide. Der Wirkstoff Allicin wird beim Zerschneiden oder Zerkauen von Zwiebeln und Knoblauch freigesetzt. Er aktiviert Hitzerezeptoren im Mund und löst so das charakteristische Brennen aus. Teilweise wird Allicin jedoch beim Kochen zerstört, weshalb gekochte Knollen milder schmecken als rohe.

Schwefel für Genuss und Gesundheit

Schwefelhaltige Inhaltsstoffe wie Allicin und Ajoen machen zugleich einen Großteil der Gesundheitswirkung aus. Sie sind in der Lage Krankheitserreger abzutöten und wirken quasi wie ein natürliches Antibiotikum. Studien zeigen zudem, dass Menschen, die viel Zwiebeln und Knoblauch essen, deutlich seltener an Magen- und Dickdarmkrebs erkranken.

Die Schwefel-Verbindung Ajoen „verdünnt“ das Blut ähnlich wie Aspirin. Es verhindert, dass Blutplättchen zusammenkleben und beugt so Blutgerinnseln vor. Darüber hinaus soll es die Bildung von Tumoren verhindern.

Farbenfroher Schutz für die Zellen

Ein weiteres Plus für die Gesundheit bietet der Pflanzenfarbstoff Quercetin aus der Familie der Flavonoide. Ihm verdanken wir das warme Gelb der Zwiebel. Doch Quercetin wirkt auch als starkes Antioxidans. Es fängt aggressive freie Radikale und schützt dadurch unsere Körperzellen vor Schäden. Auch ihm wird eine Schutzfunktion vor Krankheitserregern und vor Krebs zugeschrieben.

Vielfältige Wirkungen auf Herz und Immunsystem

Doch damit immer noch nicht genug der guten Wirkungen. Zwiebeln und Knoblauch sollen zudem die Blutfettwerte verbessern und das gute Cholesterin erhöhen, wie einige Studien nahelegen. Auch eine senkende Wirkung auf Blutdruck und Blutzucker wird den Scharfmachern nachgesagt. So sorgen sie rundum für den Schutz von Herz und Kreislauf. Nicht zuletzt sollen die Wunderknollen das Immunsystem stärken und liefern zugleich etwas Vitamin C, sowie Eisen und die Immunmineralstoffe Zink und Selen.

Zwiebeln schneiden ohne Tränen

Das in Zwiebeln enthalte Allicin fördert nicht nur die Gesundheit, sondern ist auch für den schwefligen Geruch und den brennend-scharfen Geschmack verantwortlich. Zudem verursacht der gesunde Pflanzenstoff auch die Tränen beim Zwiebeln schneiden.

Hier ein paar Tipps, wie Sie den Tränenfluss reduzieren können:

Die Abbauprodukte des Allicin, welche die Augen reizen, lassen sich durch Wasser binden. Deshalb hilft es, die gehäutete Zwiebel unter fließendem Wasser abzuspülen sowie Brett und Messer anzufeuchten.

  • Viele schwören darauf, beim Zwiebelschneiden einen Schluck Wasser im Mund zu halten. Alternativ kann man auch durch den Mund atmen statt durch die Nase.
  • Wichtig ist ein scharfes Messer, das sauber schneidet und nicht so viele Zwiebelzellen zerstört. Große Mengen Zwiebeln besser im geschlossenen Mixer hacken.
  • Und wenn alles nicht hilft, einfach eine Schwimmbrille oder eine Schutzbrille aus dem Baumarkt aufsetzen. Dann weinen Sie garantiert nicht mehr!