Bubble Tea – das neue Trendgetränk

Bubble Tea

Sie sind süß, sie sind bunt und sie sind neu: Bubble Tea-Getränke, auch bekannt unter dem Namen „Pearl Milk Tea“. Die mit dem Strohhalm zu trinkenden, zuckersüßen Tee-Mix-Getränke faszinieren durch eine interessante Besonderheit: In der bunten Flüssigkeit schwimmen farbige Kügelchen mit süßer Füllung, die beim Draufbeißen im Mund zerplatzen. Was in Asien schon seit rund zwanzig Jahren bekannt ist, gilt in Deutschland noch als echte Neuheit. Begeisterte Anhänger finden die Bubble Teas vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Lesen Sie hier, was das neue Getränk so interessant macht, woraus es besteht und was Kritiker dazu sagen.

Was ist Bubble Tea?

Basis des neuen Trendgetränks ist ursprünglich gesüßter grüner oder schwarzer Tee, der mit Milch und Fruchtsirup versetzt wird. Oft enthalten die Getränke jedoch trotz ihres Namens gar keinen Tee, sondern nur Fruchtsirup oder Milch. Die zugesetzten Kügelchen bestehen aus Tapioka, einem Stärkeprodukt aus den Wurzeln der tropischen Maniokpflanze. Sie erinnern in ihrer Konsistenz ein wenig an saftige Gummibärchen. Sie werden durch einen dicken Strohhalm aufgesaugt und im Mund zerkaut.

Eine weitere Kügelchen-Variante sind die sogenannten „Popping Bobas“, dünnhäutige, mit Flüssigkeit gefüllte Bällchen, die aus Alginat (Algenstärke) gewonnen werden. Das ungewöhnliche Geschmacksempfinden durch die platzenden Kügelchen im Mund ist sicher mit verantwortlich für den enormen Erfolg des Lifestyleproduktes.

Die Qual der Wahl: Jedem seine Lieblingskombination

Wer einen Becher Bubble Tea kaufen möchte, muss sich zunächst einmal entscheiden: das Getränk mit Erdbeer- oder Pfirsich-Geschmack? Und welche Kügelchen: Mango- oder Lychee-Popping Bobas? Warm oder kalt? Oder doch lieber einen Bubble Coffee? So erhält jeder Kunde die Möglichkeit, sein individuelles Lieblingsgetränk nach eigenen Vorstellungen zusammenzustellen. Dieser neue Trend, der immer neue Kombinationen aus einzelnen Zutaten ermöglicht, wird im Fachjargon als „Mass Customization“ bezeichnet.

In Taiwan fing alles an

Um die Erfindung der süßen Erfrischung ranken sich zahlreiche Mythen. Relativ sicher ist, dass der Tee Mitte der 80er Jahre in Taiwan das erste Mal serviert wurde. Allerdings beanspruchen zwei Teehäuser die Urheberschaft für sich. Ursprünglich bestand das Getränk aus gekühltem Tee mit einem Schuss Milch, Zucker und einer Handvoll Tapiokakugeln. Die Mischung wurde vor allem von Straßenverkäufern an Schulkinder verkauft. Von Taiwan aus verbreitete sich der Trend nach Südostasien und setzte sich in Amerika und Australien fort.

Weltweiter Siegeszug der Bubble Teas

Richtig populär wurden die Bubble Teas jedoch erst durch einen Bericht des japanischen Fernsehens in den 90er Jahren. Mit der Zeit erfand man immer süßere und buntere Varianten. Das Getränk wurde mit Sirup aufgepeppt und später mit den von Molekularköchen kreierten „Popping Bobas“ für die westlichen Teenies weiterentwickelt.

Derzeit eröffnen in rasanter Geschwindigkeit immer mehr Bubble Tea-Bars in deutschen Städten. 2010 wurde der erste deutsche Bubble Tea-Laden in Berlin eröffnet. Mittlerweile gibt es über 100 solcher Läden, davon allein 40 in Berlin. Seit Juni 2012 wird das neue Trendprodukt auch bei McDonald‘s im McCafé angeboten.

Kritik: zu viel Zucker, zu viele Kalorien

Kritisiert werden die Bubble Teas unter anderem wegen ihres hohen Zucker- und Kaloriengehaltes. Ein großer Becher mit 0,4 l kann bis zu 1.000 kcal enthalten – so viel wie eine Pizza. Dass das Produkt so eine extreme Kalorienbombe ist, liegt nicht allein an der zugesetzten Sirupmenge, sondern auch an den Stärkekügelchen. Abgesehen davon ist es aufgrund der kleinen Kügelchen gerade für Kinder nicht ganz ungefährlich. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands warnte vor den Bubble Teas, da sich Kleinkinder leicht an den Kügelchen verschlucken können.

Nicht deklarierte Zusatzstoffe

In der Regel enthalten Bubble Teas reichlich Zusatzstoffe, vor allem Farb- und Aromastoffe. Von Verbraucherzentralen wird bemängelt, dass die enthaltenen Zusatzstoffe nicht in jedem Laden entsprechend gekennzeichnet werden. Bei loser Ware ist es Pflicht, anzugeben, wenn Zusatzstoffe in einem Produkt enthalten sind. In der Nähe des Produktes muss ein Hinweis „mit Farbstoff“ oder mit „Konservierungsstoff“ zu finden sein. Dies sei nach Angaben der Verbraucherzentrale Bayern bei einer Stichprobenkontrolle im Raum München nicht überall der Fall gewesen. Auch in anderen Bundesländern sei dies zu beobachten.

Fazit: Bubble Teas sind kalorienreiche Süßigkeiten, die nicht regelmäßig, sondern nur in Maßen genossen werden sollten. Ein Ausflug in einen Bubble Tea-Laden und ein Probier-Bubble Tea schaden jedoch sicherlich nicht. Allerdings sind die Trendgetränke nicht gerade günstig, denn ein großer Becher mit Tapiokakugeln und Popping Bobas kann schon mal rund 4 Euro kosten.

Tipp: Wenn Sie wissen wollen, wo Sie den nächsten Bubble Tea-Shop in Ihrer Nähe finden, schauen Sie hier.