Das Etikett

Lebensmittelkennzeichnung

Bestimmte Angaben müssen auf jedem Lebensmittel verpflichtend angegeben werden. Dabei wird zwischen verpackten Produkten und loser Ware unterschieden.

Pflichtangaben bei verpackten Produkten

  1. Die Verkehrsbezeichnung: Zusätzlich zu Phantasienamen wie beispielsweise "Erdbeertraum" muss ein Lebensmittel immer eine Verkehrsbezeichnung, wie etwa "Konfitüre extra", tragen. Diese zeigt eindeutig, um was für ein Lebensmittel es sich handelt.
  2. Das Zutatenverzeichnis: Jedes Lebensmittel muss ein Zutatenverzeichnis haben, in dem alle Zutaten deklariert sind. Die Zutaten werden entsprechend ihrem Gewichtsanteil in absteigender Reihenfolge aufgeführt. Alles was drin ist, muss also drauf stehen!
    Ausnahme: Ausgenommen davon sind die Lebensmittel, die nur aus einer Zutat bestehen, wie beispielsweise Milch. Auch unbehandeltes Obst und Gemüse und alkoholische Getränke mit über 1,2 Volumenprozent brauchen kein Zutatenverzeichnis.
  3. Allergene Zutaten: Die 14 häufigsten Lebensmittelallergene (z. B. Soja, Ei, Fisch) müssen auf jeder Verpackung gekennzeichnet werden. Der Allergiehinweis kann in der Verkehrsbezeichnung stehen, wie beispielsweise bei Milchschokolade oder Erdnussbutter. Sonst muss das Allergen im Zutatenverzeichnis genannt werden, zum Beispiel bei Weizenstärke oder Gewürze (Sellerie, Senf). 
  4. Das Mindesthaltbarkeitsdatum oder Verbrauchsdatum: Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt den Zeitpunkt an, bis zu dem der Hersteller garantiert, dass Geschmack, Geruch und Aussehen des Produktes unverändert bleiben. Ein Verbrauchsdatum dagegen ist bei leicht verderblichen Lebensmitteln (z.B. Fisch und Fleisch) Pflicht, die bis zu dem angegebenen Datum verbraucht werden müssen.
    Tipp:
    In unserem Beitrag „Wie lange sind unsere Lebensmittel haltbar?“ finden Sie weitere Informationen darüber, wie lange sich Lebensmittel halten. 
  5. Die Füllmenge wird je nach Produkt in Gramm oder Milliliter angegeben. Bei Obst- und Gemüsekonserven muss zusätzlich das Abtropfgewicht mit auf der Verpackung stehen.
  6. Der Name des Herstellers oder des „In-Verkehr-Bringers“ ist auf jeder Verpackung zusammen mit der Adresse anzugeben.
  7. Los- / Chargen-Nummer: Meist eine Buchstaben-Zahlen-Kombination, mithilfe derer der Hersteller den genauen Zeitpunkt der Herstellung und die Zugehörigkeit des Produktes zu einer bestimmten Charge ermitteln kann. Dies ist beispielsweise bei Reklamationen wichtig.

Pflichtangaben für spezielle Lebensmittelgruppen

Bei vielen Lebensmittelgruppen sind neben den oben genannten Angaben noch weitere Informationen verpflichtend vorgeschrieben.

Tierische Erzeugnisse

Bei tierischen Lebensmitteln ist das sogenannte Identitätskennzeichen Pflicht. Die in einem Oval befindliche Kennzahl ermöglicht es, den Weg des Lebensmittels zurück zu verfolgen. Anhand der Angaben, wie beispielsweise DE EV 137 EG, ist die Produktionsstätte des Produktes zu erkennen: "DE" steht dabei für Deutschland, "BY" für Bayern. Die Nummer ist die Zulassungsnummer des Betriebs, und EG steht für die europäische Gemeinschaft.

Alkoholische Getränke

Bei alkoholischen Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent muss der Alkoholgehalt auf dem Etikett angegeben werden.

Bio-Produkte

In der EU hergestellte Bio-Produkte müssen seit dem 01.07.2010 das neue EU Bio-Siegel tragen. Nicht verpackte Ware oder importierte Produkte können das Logo auf freiwilliger Basis tragen. Das Bio-Siegel garantiert, dass mindestens 95 % der Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs aus ökologischer Produktion stammen.

Neben dem EU Bio-Siegel ist auch eine Code-Nummer vorgeschrieben. Sie zeigt, welche Kontrollstelle für die Kontrolle des Betriebes zuständig ist, der als letztes das Produkt erzeugt oder aufbereitet hat. Neben dem Siegel befindet sich auch die Herkunftsangabe.

Lebensmittel mit Angaben zum Nährstoffgehalt

Lebensmittel, die z. B. als „fettfrei“, „zuckerarm“ oder „natriumarm“ ausgelobt werden, müssen ganz bestimmten Kriterien entsprechen, um den Verbraucher nicht durch falsche Versprechen zu täuschen. Eine Cola beispielsweise darf nur dann die Angabe „kalorienreduziert“ tragen, wenn der Brennwert um mindestens 30 % verringert ist.
Darüber hinaus gibt es für einzelne Lebensmittel spezielle Vorschriften. Beispielsweise muss bei Milch der Fettgehalt und die Wärmebehandlung angegeben werden oder bei Mineralwasser müssen die Analysenwerte auf dem Etikett stehen.

Pflichtangaben bei loser Ware

Bei unverpackten Lebensmitteln sind weniger Kennzeichnungselemente vorgeschrieben. Alle Pflichtangaben müssen auf einem Schild in der Nähe der Ware angebracht sein. Folgende Angaben sind bei der sogenannten „losen Ware“ Pflicht:

Bei Obst- und Gemüse:

  • Art und Sorte
  • Herkunftsort oder -land
  • EG-Güteklasse (z. B. Klasse Extra, I, II)
  • Preis

Ebenso ist die Verwendung von Zusatzstoffen kenntlich zu machen. Beispielsweise bei Kartoffeln muss die Angabe: „nach der Ernte behandelt“ auf dem Schild stehen, falls Keimhemmungs- und Schimmelbehandlungsmittel eingesetzt worden sind. Oder die Angabe "gewachst" bei Zitrusfrüchten, deren Oberfläche mit Wachsen behandelt worden ist.
Bei allen Lebensmitteln (verpackt und unverpackt) muss auch der Preis und der Grundpreis auf der Verpackung oder in der Nähe der Ware angegeben werden.

Lebensmittelrecht

Neue Entwicklungen im Lebensmittelrecht

Derzeit wird die Lebensmittel-Kennzeichnung heftig diskutiert. Vor allem Verbraucherverbände fordern noch klarere, einfachere und umfassendere Informationen auf den Lebensmittelverpackungen. Aus diesem Grund  wird derzeit eine „Lebensmittel-Informationsverordnung“ ausgearbeitet, die noch klarere Regelungen bei der Kennzeichnung bringen soll.

Beispielsweise soll die Nährwertkennzeichnung Pflicht werden. Dann müssten Angaben zum Brennwert, zum Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker und Salz immer auf der Verpackung stehen. Derzeit sind diese Nährwert-Angaben noch freiwillig.

Übrigens: Um Ihnen die Auswahl der Lebensmittel leichter zu gestalten und mehr Transparenz zu schaffen, kennzeichnet real,- schon seit langem auf allen Eigenmarkenprodukten (wie z. B. TiP oder real,- QUALITY) freiwillig die wichtigsten Nährwerte.

Zudem soll eine Mindestschriftgröße für die Pflichtangaben auf dem Etikett festgelegt werden, um die Lesbarkeit der Etiketten besser zu gewährleisten. Bei alkoholischen Mixgetränken mit über 1,2 Volumenprozent soll ein Zutatenverzeichnis Pflicht werden.

real,- QUALITY Curry-Fleischwurst

Tipp: Sollten Sie Fragen zu Angaben auf den Etiketten haben, nutzen Sie unseren Ernährungsinformationsservice unter der kostenfreien Hotline 08 00/5 03 54 18!