Fairtrade

Welche Lebensmittel wir in Deutschland kaufen und verzehren, wirkt sich auf der ganzen Welt aus. Damit nicht nur wir gut essen, sondern auch die Erzeuger in fernen Ländern gute Arbeitsbedingungen haben, kam in den 70er Jahren die Idee des fairen Handels auf. Das Ziel: Bauern in den Erzeugerländern sollen faire Preise für ihre Waren erhalten, damit sie sich und ihre Familien von den Früchten ihrer Arbeit ernähren können. Zudem sollen nachhaltige und gesunde Arbeits- und Lebensbedingungen ermöglicht werden.
Heute profitieren bereits 1,6 Millionen Bauern, Bäuerinnen, Arbeiter und Arbeiterinnen in über 60 Ländern vom fairen Handel.

Die Spielregeln des fairen Handels

Der „faire Handel“ basiert auf den Grundsätzen Transparenz, Respekt, Gerechtigkeit und Dialog. Er garantiert den Arbeitern langfristige und transparente Handelsbeziehungen. In der Regel arbeiten die Händler direkt mit den Erzeugern vor Ort zusammen und zahlen festgelegte Mindestpreise. Zudem werden die Bauern weitergebildet und beraten.
Auf den Plantagen werden die Rechte und die Sicherheit der Beschäftigten am Arbeitsplatz gefördert. Alle Fairtrade-Standards beinhalten auch Vorgaben für die soziale, ökonomische und ökologische Entwicklung.

Die wichtigsten Kriterien im Überblick:

Soziale Kriterien

  • Verbot von Diskriminierung
  • Verbot von Kinderarbeit und Zwangsarbeit
  • Möglichkeiten zur Weiterbildung
  • Sicherheit am Arbeitsplatz & Gesundheitsvorsorge

Ökologische Kriterien

  • Umweltschonender Anbau
  • Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit
  • Schutz der Wasserressourcen
  • Kein Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen

Ökonomische Kriterien

  • Stabile Mindestpreise
  • Beratung
  • Langfristige Handelsbeziehungen
  • Vorfinanzierung

Das Fairtrade-Siegel

Das bekannteste Siegel im fairen Handel ist das Fairtrade-Siegel, das bereits 69 % aller Deutschen geläufig ist. Es garantiert die oben genannten umfangreichen Standards und entsprechende Kontrollen.

Die Dachorganisation Fairtrade International (FLO e.V.) legt die international gültigen Vergabe-Standards fest. Diese Standards müssen von allen Akteuren der gesamten Produktionskette strikt eingehalten werden – vom Produzenten bis zum Importeur. So ist gesichert, dass auf dem langen Weg von der Erzeugung bis zum Verkaufsregal überall die Bedingungen des fairen Handels gelten.

Kontrolliert wird der Prozess durch das unabhängige Zertifizierungs-Unternehmen FLO-CERT. Sie überprüft die Einhaltung der Standards bei allen an der Fairtrade-Handelskette beteiligten Organisationen, Firmen, Produzentenorganisationen und Importeuren.. Werden alle Anforderungen erfüllt, erfolgt in Deutschland die Vergabe des Fairtrade-Siegels durch die Siegelinitiative TransFair e.V.

Welche Fairtrade-Produkte gibt es?

Kaffee ist nach wie vor eines der wichtigsten Produkte im fairen Handel. Insgesamt wurden bereits für 19 verschiedene Produktkategorien Fairtrade-Standards entwickelt. Dazu zählen neben Kaffee auch Tee, Bananen, Obst, Nüsse, Öle, Kräuter & Gewürze, Kakao sowie Textilien, Blumen oder Sportbälle.

Faitrade-Produkte sind teurer – aber warum?

Nach einem Preisvergleich am Supermarktregal landet bei vielen Verbrauchern das günstigere Produkt im Einkaufswagen. Warum lohnt es sich aber, die teureren Fairtrade-Produkte zu kaufen?

Den Produzenten werden stabile Mindestpreise gezahlt, die über dem Weltmarktniveau liegen. Das ermöglicht Bauern und Arbeitern eine kostendeckende Produktion und verbessert ihren Lebensstandard. Die Angestellten auf den Plantagen profitieren von Schutzkleidung, bezahltem Urlaub und einer sozialen Vorsorge.

Der höhere Preis enthält zudem eine Fairtrade-Prämie, die den Bauern zugutekommt. Mit der Prämie können Projekte realisiert werden, wie zum Beispiel der Bau von Brunnen und Schulen, die Umstellung auf biologischen Anbau oder subventionierte Arztbesuche. Das Geld der Prämie fließt auf ein separates Prämienkonto und die Arbeiter entscheiden gemeinsam, für welche Projekte das Geld verwendet wird.

Zudem wird den Erzeugern die Möglichkeit einer Vorfinanzierung angeboten. Diese ermöglicht es den Bauern, finanzielle Hürden zu überwinden und sich weiterzuentwickeln. Die ländliche Bevölkerung wird dadurch in ihrer ökonomischen Entwicklung gestärkt und dazu ermutigt, selber unternehmerisch zu handeln.

Sind Fairtrade-Produkte Bio-Produkte?

Das Fairtrade-Logo umfasst zwar auch ökologische Kriterien, entspricht aber dadurch noch nicht den Vorgaben für Bio-Produkte. Bei Fairtrade steht die Verbesserung der sozialen Lebens- und Arbeitsbedingungen im Vordergrund. Ein ökologischer Anbau gemäß den Kriterien der Bio-Verordnung würde die meisten Produzenten zu Beginn überfordern, da eine solche Anbauweise oft mit hohem finanziellem Aufwand verbunden ist.

Dennoch sind einige Mindestanforderungen bereits Bestandteil des Fairtrade-Siegels, wie z. B. der Schutz des Wassers oder das Verbot gentechnischer Veränderung. Obwohl hinter dem Fairtrade-Siegel und dem Bio-Siegel zwei unterschiedliche Zertifizierungen stehen, gehen beide oft Hand in Hand. So stammen mittlerweile über 60% der fair gehandelten Produkte aus ökologischem Anbau. Welche Fairtrade-Produkte auch aus ökologischem Anbau stammen, erkennen Sie an der Verpackung: Sie finden auf diesen Produkten sowohl das Fairtrade- als auch das Bio-Siegel.

Das Engagement von real,-

Ob Sie fair gehandelten Tee, Kaffee, Saft, Wein oder Honig suchen, bei real,- werden Sie fündig. Denn real,- erweitert sein Warensortiment kontinuierlich um Fairtrade-Produkte. Damit unterstützen wir den fairen Handel und leisten einen Beitrag, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produzenten und deren Familien nachhaltig zu verbessern. So kommt das zunehmende Interesse unserer Kunden an fair gehandelten Produkten den produzierenden Bauern in anderen Ländern zugute.