Ernährungs-Apps: praktische Einkaufshilfen

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Apps – die kleinen Programme, die auf Smartphones und Tablet-Rechnern laufen – haben sich inzwischen zu nützlichen Helfern in vielen Lebensbereichen entwickelt. Auch in Sachen Einkauf und Ernährung können sie uns den Alltag erleichtern. Manche Apps liefern umfangreiche Infos über unsere Lebensmittel und das, was drin steckt. Einige wurden entwickelt, um Allergiker oder Kranke beim Einkauf zu unterstützen. Wir zeigen, welche Programme es zum Thema Ernährung gibt und stellen einige vor.

Produktinfos und Inhaltsstoffe

Wer wissen möchte, was in einem Produkt steckt, welche Nährstoffe es enthält und ob Zusatzstoffe verwendet wurden, findet zahlreiche passende Apps auf dem Markt. „Scanner-Apps“ lesen den Strichcode auf der Verpackung und liefern zahlreiche Informationen zum Produkt. Die drei Folgenden sind kostenlos und gelten als unabhängig.

Eine der bekanntesten Scanner-Apps ist Barcoo mit der angeblich größten Produktdatenbank Europas. Die App liefert Produktinformationen, Testberichte und Preisvergleiche. Die umfangreichen Infos werden ergänzt durch Bewertungen und Empfehlungen von Nutzern. Bei vielen Lebensmitteln wird in Ampelform z. B. der Fett-, Salz- und Zuckergehalt angegeben. Zudem gibt es Informationen zu ökologischen und gesundheitlichen Aspekten, zu Aromastoffen und Lebensmittel-Plagiaten.

Ganz ähnlich funktioniert Codecheck aus der Schweiz. Auch hier werden Daten über Zutaten, Hersteller, Allergene, Labels usw. mit vielfältigen Hintergrundinformationen sowie Testberichten und Erfahrungen von Verbrauchern verknüpft. Mitglieder der Community können Daten hinzufügen oder ändern.

Der Foodtracker des Portals was-ist-drin liefert ebenfalls Informationen anhand des Strichcodes. Schwerpunkt sind hier vor allem die Nährwerte, Vitamine und Mineralstoffe, Zutaten, Allergene sowie E-Nummern. Kritische Nährstoffe sind mit Ampelfarben markiert. Ein Ernährungs- bzw. Kalorienrechner hilft, die individuellen Mengen im Auge zu behalten. Zudem kann man schauen, ob ein Produkt aus der Region stammt und von welchem Hersteller ein No-Name-Produkt kommt.

E-Nummern und Zusatzstoffe

Beim Entschlüsseln der E-Nummern in der Zutatenliste helfen zahlreiche Apps und informieren zugleich über die zugehörigen Zusatzstoffe. Man kann entweder nach der E-Nummer oder nach dem Namen des Zusatzstoffes suchen. Der E-Nummern-Finder des „aid“ ist kostenlos und listet alle E-Nummern mit grundlegenden Informationen zu den entsprechenden Zusatzstoffen auf. Etwas mehr ins Detail geht der E-Nummer-Rechner von „TappyTaps“ für 1,91 €.

Hilfe beim Einkaufen

Einkaufszettel muss man heute nicht mehr auf Papier schreiben. Unzählige Einkaufslisten-Apps helfen dem Gedächtnis auf die Sprünge. In der Regel können mehrere Einkaufslisten verwaltet werden, die sich die Produktauswahl auch für den nächsten Einkauf „merken“ können. Teilweise lassen sich die Produkte auch per Strichcode-Scanner einlesen.

Ab wann gibt es eigentlich Rhabarber und wann ist die beste Zeit für Grünkohl? Solche Fragen beantwortet die kostenlose App Saisonkalender des „aid".

Welchen Fisch kann man bedenkenlos kaufen und welcher ist von Überfischung bedroht? Dies lässt sich direkt an der Fischtheke oder an der Kühltruhe klären mit dem WWF Einkaufsratgeber Fisch & Meeresfrüchte. Mit Hilfe der kostenlosen App können umweltbewusste Verbraucher dazu beitragen, die Fischbestände zu schonen.

Unterstützung bei Allergien und Unverträglichkeiten

Wer auf bestimmte Lebensmittel-Inhaltsstoffe verzichten will oder muss, hat es nicht immer leicht. Hilfreich sind häufig schon die oben genannten Scanner-Apps mit Informationen zu den Inhaltsstoffen. Gezielte Unterstützung bieten spezielle Apps.

Die App Histamin, Fructose & Co. hilft Patienten mit Unverträglichkeiten gegen Laktose, Fruktose/Sorbit, Histamin und Salicylate (Aspirin) beim Einkauf. Auch häufige Allergene und Gluten werden berücksichtigt. Der Grad der Verträglichkeit kann jeweils individuell eingestellt werden. Der 4,99 € teuren App liegt eine Liste mit 700 Lebensmitteln, Zusatzstoffen und Medikamenten zugrunde, ergänzt durch umfangreiche Informationen.

Gluten, das Klebereiweiß aus Brotgetreiden kann bei manchen Menschen Probleme verursachen. Die kostenlose App GlutenCheck scannt den Strichcode und zeigt, ob das Produkt Gluten enthält oder nicht. Nutzer können Änderungen eingeben oder ergänzen. Mitglieder der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e. V. (DZG) können für 7,97 € den Glutenfrei Viewer herunterladen. So kann auch unterwegs die umfangreiche DZG-Datenbank mit 48.000 Lebensmitteln, 10.500 Arzneimitteln, 2.900 Kosmetikartikeln und 3.600 Nahrungsergänzungsmitteln durchsucht werden.

Für alle, die Milchzucker nicht vertragen, gibt es zwei Apps namens Laktosefrei. Die von Dirk Eineke entwickelte App für 1,59 € enthält Informationen über mehr als 8.000 Lebensmittel und Medikamente. Sie erklärt zudem, welche Begriffe auf der Zutatenliste auf Milchzucker hinweisen. Die App des Trias-Verlages für 4,99 € bewertet die Verträglichkeit von über 900 Lebensmitteln mit Ampelfarben und Angabe des Laktosegehaltes. Hier kann man auch eine Einkaufsliste erstellen und versenden.

Die App Fruktosefrei des Trias-Verlages bewertet über 1.000 Lebensmittel mit einem Ampelsystem nach der Verträglichkeit. Leider sind bei der App für 4,99 € keine Gehalte von Fruktose, Glukose und Sorbit angegeben. Dafür kann eine Einkaufsliste erstellt und versendet werden.

Wer auf Histamin reagiert, findet in der App Histaminfrei (4,99 €) des Trias-Verlages über 1.100 Lebensmittel, deren Verträglichkeit nach dem Ampelsystem klassifiziert wird. Auch hier kann eine Einkaufsliste erstellt und versendet werden.

Der Trias-Verlag bietet zudem eine Cholesterinfrei-App, die den Cholesteringehalt mit Ampelsystem bewertet, eine Harnsäure-App für Menschen mit Gicht oder Rheuma sowie eine Diabetes-App mit Informationen zu Kohlenhydraten in Lebensmitteln. Diese Apps sind nur für das iPhone erhältlich und kosten je 4,99 €.

Gesunde Ernährung

Auf dem Weg zu einer gesunden Ernährung kann man sich von verschiedensten Apps begleiten und unterstützen lassen. Eine davon ist FoodNavi für 1,59 €. Nach Eingabe persönlicher Daten wie Alter, Größe, Gewicht, Tätigkeit und Sport wird je nach Kostform ein Zielkreis aus den verschiedenen Lebensmittelgruppen ermittelt. Dieser wird grob mit dem tatsächlichen Verzehr abgeglichen.

Gesunde und zugleich leckere Alltagsrezepte bietet die App Good Food von Ernährungswissenschaftlerin und Fernsehmoderatorin Alexa Iwan. Die Gerichte sind alltagstauglich, leicht zu kochen und mit Kalorienangaben pro Portion versehen. In jedem Rezept ist eine besonders gesunde Zutat markiert und näher erläutert.

Bitte beachten Sie, dass der Markt der Apps sehr schnelllebig ist. Die hier ausgewiesenen Informationen und Preisangaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Aktualität, sie können jederzeit überholt sein. Bitte informieren Sie sich direkt bei den Herstellern und den App-Stores über die aktuellen Angebote.