Werden Sie zum Spülexperten!

Geschirrspülmaschinen gehören schon seit langem zu den alltäglichen Gebrauchsgegenständen. Dennoch zögern einige erprobte Handspüler immer noch, sich ein solches Gerät anzuschaffen, aus Angst vor hohen Strom- und Wasserbräuchen. Doch wie schätzen Experten die Situation ein? Und wie vermeiden Sie, dass Ihre Gläser mit der Zeit trüb werden? Wir zeigen Ihnen, mit welchen Tipps und Tricks Sie sowohl beim Hand- als auch beim Maschinenspülen optimale Spülergebnisse erzielen.

Spülmaschine: Früher Luxus, heute Standard

Die bahnbrechende Erfindung kam von einer amerikanischen Hausfrau: 1886 ließ sich Josephine Cochrane die erste Spülmaschine patentieren. Das erste Modell bestand aus einem rotierenden Rad in einem Kupferkessel. Ein Motor sorgte für die Verteilung der heißen Seifenlauge über dem Geschirr, welches in Körben an dem Rad befestigt war. Nur die Teller mussten noch per Hand getrocknet werden.

Die erste vollelektrisch arbeitende Maschine brachte 50 Jahre später die Firma Miele auf den Markt. Was zunächst als absolutes Luxusprodukt galt, gehört heute zur unentbehrlichen Ausstattung in 65 % aller Haushalte. Und das zu Recht: Angst vor hohem Wasser- und Strom-Verbrauch braucht man bei modernen Geräten nicht mehr zu haben. Studien bestätigen eindeutig: Sie sind die sparsameren Spüler.

Hand und Maschine im Vergleich: Was ist effizienter?

Wer nicht gerne von Hand spült, kann mit gutem Gewissen den Geschirrspüler beladen, denn moderne Geräte verbrauchen 50 % weniger Strom und 75 % weniger Wasser. Und nicht nur das: In der Maschine wird das Geschirr deutlich sauberer. Dies ergab erst kürzlich eine Vergleichstudie der Uni Bonn. Die Bonner ließen normgerecht verschmutzte Geschirrteile von verschiedenen Versuchspersonen aus ganz Europa per Hand spülen und verglichen die Ergebnisse mit zwei handelsüblichen Geschirrspülern.

Klares Fazit: Keiner der Probanden erreichte tadellos sauberes Geschirr. Eine bessere Reinigungsleistung hätte deutlich mehr Zeit, Wasser und Energie in Anspruch genommen. Im Durchschnitt wurden 80 Minuten für das Säubern der 140 Geschirrteile gebraucht, für das Beladen des Geschirrspülers gerade mal 15 Minuten.

Der Wasserverbrauch hing sehr von der verwendeten Spültechnik ab. Beim Spülen unter fließendem Wasser wanderten bis zu 447 l in den Ausguss. Aufschluss über Einsparpotentiale gibt das „landesübliche“ Spülverhalten: Während die Deutschen mit rund 46 l noch relativ sparsam spülen, wurde in anderen Teilen Europas das Zwei- bis Dreifache verbraucht. Im Vergleich dazu benötigt eine Spülmaschine gerade mal 15-22 l pro Spülgang.

Daher gilt: Wer einen Beitrag für die Umwelt leisten möchte, sollte seinen Geschirrspüler möglichst voll beladen oder, wenn schon von Hand, dann möglichst sparsam spülen. Das spart übrigens auch bares Geld!

Was gehört auf keinen Fall in die Spülmaschine?

Manch einer scheut sich, das gute Geschirr in die Spülmaschine zu tun. Nicht zu Unrecht. Wer sich vor bösen Überraschungen schützen will, der sollte beachten, dass nicht alles zu 100 % spülmaschinenfest ist.

Das gehört nicht in die Geschirrspülmaschine:

  • lackiertes Holz (der Lack könnte abplatzen)
  • unlackiertes Holz (wird spröde)
  • Silberbesteck (läuft in der Maschine an)
  • wertvolle Gläser (können trüb werden)

So vermeiden Sie trübe Gläser

Glas ist hart, aber empfindlich. Wie lassen sich also unerwünschte Glastrübungen vermeiden? Trübung und Flecken können verschiedene Ursachen haben.

Überschüssige Reiniger oder Regeneriersalz können einen Belag bilden. Dieser lässt sich problemlos mit Wasser abwaschen. Eine Unterdosierung von Salz, Reiniger und Klarspüler kann dagegen Kalkflecken verursachen. Diese können Sie mit Essig entfernen. In beiden Fällen sollten Sie die Dosierung der Reinigungsmittel und eventuell auch die Wasserhärte überprüfen.

Die so genannte Glaskorrosion ist einer der Hauptverursacher, wenn es um trübe Gläser geht. Dabei werden die glatten Oberflächen der Gläser aufgeraut, wodurch mikroskopisch kleine Risse entstehen, die wir als Trübung wahrnehmen. Vorbeugen ist hier wichtig! Denn sind die kleinen Risse erst mal vorhanden, kann man wenig tun.

Um Korrosion zu vermeiden, sollten Sie der Maschine nur „spülmaschinenfeste“ Gläser anvertrauen. Solche Gläser enthalten spezielle Zusätze, die sie weniger anfällig gegenüber Korrosion machen. Verzichten Sie auf auch aggressive Laugen als Reinigungsmittel, da diese bestimmte Elemente aus der Glasoberfläche herauslösen können, wodurch die Gläser stumpf und trübe werden. Zudem spielen die Wasserhärte und die Temperatur eine Rolle. Zu hartes Wasser hinterlässt Kalkflecken, zu weiches Wasser greift die Glasoberfläche an. Auch zu heißes Wasser ist nicht gut. Daher warm, aber nicht heiß spülen.

Aktionstag nachhaltiges Waschen

Seit 2004 wird jährlich ein bundesweiter Aktionstag „Nachhaltiges (Ab-)Waschen“ vom Forum Waschen durchgeführt. Zahlreiche Beratungsangebote und wertvolle Tipps vermitteln dort, wie Abwaschen besonders umweltschonend und effizient funktioniert.

Auf der Website "Forum Waschen" erhalten Sie nähere Informationen zum nachhaltigen Spülen. Auf der Website finden Sie auch viele weitere Informationen zum Waschen, Spülen und Putzen sowie einen Spülvergleichs-Rechner.

So spülen Sie besonders effizient 

  • Wer ein paar grundlegende Dinge beherzigt, der spart Zeit, Arbeit und Geld. Hier einige Tipps, die das Spülen wirkungsvoller und wirtschaftlicher machen:
  • Möglichst nichts eintrocknen lassen
  • Speisereste entfernen (ohne Wasser!)
  • Nicht vorspülen
  • Eingetrocknetes einweichen
  • Spülmaschine möglichst voll packen, aber so, dass alle Teile sauber werden
  • Reinigungsmittel optimal dosieren, Wasserhärte beachten
  • Je nach Verschmutzungsgrad richtiges Programm verwenden
  • Von Hand nicht unter fließendem Wasser spülen, sondern im Becken mit möglichst heißem Wasser.
  • Spülmittel sparsam verwenden, Faustregel: Bei normalem Spülmittel 5 ml und bei konzentrierten Produkten 2 ml ins Spülbecken.
  • Nachspülen (sofern nötig) nicht unter fließendem Wasser, sondern in einem zweiten Becken