Kennzeichnung

Frage von Sabrina W.

"Ich möchte wissen, ob ich für den Urlaub noch die Sonnencreme vom letzten Jahr verwenden kann?"

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Sonnencremes sollten nicht länger als eine Saison lang verwendet werden, da sich der Lichtschutz nach und nach abbaut.

Grundsätzlich können Sie sich bei der Beurteilung der Haltbarkeit von Kosmetika auch an den Angaben auf dem Produkt orientieren, da der Gesetzgeber vorschreibt, dass Produkte, die ungeöffnet weniger als 30 Monate bzw. 2,5 Jahre haltbar sind, ein Mindesthaltbarkeitsdatum tragen müssen.

Mehr dazu lesen Sie in dem Beitrag „Wie lange sind Kosmetika haltbar?“

Frage von Frau S.

"Worin liegt der Unterschied zwischen Fruchtsaft und Nektar?"

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Fruchtsaft besteht zu 100 % aus Frucht. Man unterscheidet zwischen Direktsaft und Saft aus Konzentrat. Mischen ihn die Hersteller mit Mineralwasser, erhält man Fruchtsaftschorle, in der mindestens 50 % Fruchtsaft enthalten ist. Mischt man Schorle selbst, ist ein Mischungsverhältnis von einem Teil Saft auf drei Teilen Wasser ideal. Dieser Mix wird auch von Sportlern gern als Durstlöscher verwendet.

Manche Früchte sind einfach zu dickflüssig oder zu sauer, um daraus einen 100 %-igen Saft herzustellen. Hierzu gehören beispielsweise Aprikosen, Mangos oder Johannisbeeren. Aus diesen Früchten werden Nektare gemacht. Je nach Obstsorte ist ein Mindest-Fruchtanteil von 25 bis 50 % vorgeschrieben. Um eine geringere Fruchtsüße auszugleichen, dürfen dem Nektar bis zu 20 % Zucker zugesetzt werden.

Frage von Herr W.

"Ich wollte wissen, was das MSC-Siegel auf Fischprodukten bedeutet"

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Fisch ist nicht nur vielseitig verwendbar und lecker, sondern auch sehr gesund. Allerdings sind die Bestände durch Überfischung zum Teil stark bedroht. Damit Sie diese Köstlichkeiten auch in Zukunft noch genießen können, lohnt sich beim Einkaufen der Blick auf das Etikett. Das MSC-Siegel – ein blaues Oval mit weißem Fisch – ist das Siegel des Marine Stewardship Council (MSC). Diese unabhängige, gemeinnützige Organisation zeichnet mit dem Siegel ausschließlich Produkte aus umweltschonender Fischerei aus. Nicht nur tiefgekühlte Spezialitäten mit Fisch und Meeresfrüchten tragen das Siegel, sondern auch Brotaufstriche, Salate und Geräuchertes. In den real,- Märkten finden Sie eine breite Auswahl an MSC-zertifizierter Ware.

Frage von Hein K.

"Ich möchte gerne wissen, wofür die EAN-Nummer steht, die auf Produktverpackungen angegeben wird"

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Die EAN-Nummer entspricht dem Strichcode, der auf fast allen verpackten Produkten zu finden ist. EAN steht für European Article Number, eine in der Regel 8- bis 13-stellige Nummer. Die EAN wird benötigt, um einen Artikel genau identifizieren zu können. In dem Strichcode sind beispielsweise Daten dazu gespeichert, wer der Hersteller des Produktes ist oder aus welchem Ursprungsland der Arti-kel kommt. Auch der Preis und weitere artikelspezifische Informationen sind hinterlegt.

Frage von Herr W.

"Ich habe die Angabe „Farbstoff“ auf einem Schnittkäse entdeckt und möchte gerne wissen, ob es sich dabei um Analogkäse handelt."

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Bei dem Schnittkäse handelt es sich nicht um Analogkäse, sondern um einen handelsübli-chen Käse, dem der natürliche Farbstoff Betacarotin zugesetzt wurde. Analogkäse darf nicht unter Bezeichnungen wie „Käse“ oder der Angabe einer Sorte wie „Gouda“ gehandelt werden. Betacarotin kommt z. B. natürlicherweise in vielen dunkelgelben bzw. orangeroten Früchten und Gemüsesorten vor, genauso wie in dunkelgrünem Blattgemüse. Der Käse wird mit dem Farbstoff versetzt, um die Verbrauchererwartung einer kräftig gelben bzw. orangenen Farbe zu erfüllen. Der Farbstoff ist unbedenklich und wird auch nur in sehr geringen Mengen dosiert.

Frage von Rita L.

"Ich wunderte mich, wie es sein kann, dass Mineralwässer so unterschiedlich hohe Mineralstoffgehalte aufweisen. Ich wollte wissen, wie das zustande kommt?"

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Mineralwässer stammen aus natürlichen, unterirdischen und vor Verunreinigung geschütztem Wasservorkommen. Je nachdem, durch welche Gesteinsarten das Wasser geflossen ist, werden unterschiedliche Mineralstoffe und Spurenelemente aus den Gesteinen gelöst. Deshalb weisen Mineralwässer sehr unterschiedlich hohe Mineralstoffgehalte auf, abhängig von der Quelle, aus der das Wasser stammt. Die Zusammensetzung des natürlichen Mineralwassers und seine übrigen wesentlichen Merkmale müssen im Rahmen natürlicher Schwankungen konstant bleiben. Die auf den Flaschen deklarierten Mineralstoffgehalte werden bei jeder Abfüllung erneut kontrolliert.

Frage von Sonja P.

"Ich wollte wissen was die Bezeichnung "stichfest" bei saurer Sahne bedeutet?"

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Bei saurer Sahne unterscheidet man zwischen cremig gerührt und stichfest. Für die Herstellung von stichfester Sahne wird Sahne mit Milchsäurebakterien versetzt, erhitzt und in Becher abgefüllt, denn von Natur aus wird die Sahne beim Säuern fest. Die cremig gerührte Variante wird ebenso hergestellt, doch wird sie vor der Abfüllung kräftig durchgerührt und erhält dadurch ihre cremige Konsistenz. Stichfeste saure Sahne eignet sich gut für die Zubereitung von Salaten und Dips, die cremig gerührte Variante empfiehlt sich besonders für Soßen und Suppen.

Frage von Walther R.

"Wie kann ich erkennen, ob ein Joghurt Gelatine enthält?"

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Um Joghurt herzustellen, werden der Milch Milchsäurebakterien zugesetzt. Sie wandeln Zucker in Milchsäure um. Milchsäure wiederum verändert die Eiweißstruktur und lässt den Joghurt fest werden. Gelatine ist dafür nicht notwendig.

In manchen Fällen wird Gelatine jedoch eingesetzt, um Joghurt mit Fruchtzubereitungen eine festere Konsistenz zu geben. Ist dies der Fall, muss Gelatine in jedem Fall in der Zutatenliste gekennzeichnet sein. Hier lohnt sich also ein genauer Blick auf die Verpackung. Wenn Sie keinen Hinweis auf die Verwendung von Gelatine finden, können Sie sicher sein, dass keine Gelatine im Joghurt enthalten ist.

Frage von Rita M.

"Ich habe gelesen, dass gehärtete Fette für die Entstehung von koronaren Herzkrankheiten verantwortlich sein können. Daher wollte ich gerne wissen, woran man sie erkennen kann, dass ein Produkt gehärtete Fette enthält?"

Ihre real,- Expertin Anna Banach

In der Lebensmittelkennzeichnungs-Verordnung (LMKV) ist gesetzlich vorgeschrieben, dass gehärtete Fette und Öle im Zutatenverzeichnis deklariert werden müssen, wenn sie einem Produkt zugesetzt worden sind. Sie finden dann im Zutatenverzeichnis eine Angabe wie „pflanzliches Fett (gehärtet). So können Sie gezielt die Produkte aussuchen, die keine gehärteten Fette enthalten.

Frage von Frau H.

"Ich wollte gerne wissen, was „mikrofiltriert“ bei Milch bedeutet?"

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Lange Zeit gab es überwiegend zwei verschiedene Milchsorten im Handel zu kaufen: H-Milch und pasteurisierte Frischmilch. H-Milch ist sehr lange haltbar, weist allerdings aufgrund der Erhitzung auf über 120 °C einen leichten Kochgeschmack auf. Pasteurisierte Milch ist nur etwa 6-7 Tage lang haltbar, besitzt jedoch aufgrund der geringeren Hitzebehandlung einen praktisch unverfälschten, frischen Geschmack. Die mikrofiltrierte Milch, auch längerfrische Milch oder ESL-Milch genannt, vereint beides: den frischen Geschmack bei einer gleichzeitig relativ langen Haltbarkeit von ca. 3 Wochen. Durch Mikrofiltration mit feinster Filtertechnik wird ein Großteil der Keime aus der Milch entfernt. Dadurch muss die Milch anschließend nicht mehr so stark erhitzt werden und der ursprüngliche Geschmack bleibt optimal erhalten.

Frage von Klaudia W.

"Ich reagiere empfindlich auf Glutamat und wollte wissen, ob Glutamat gekennzeichnet werden muss"

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Der wohl bekannteste Geschmacksverstärker ist das Mononatriumglutamat (E 621), das Salz der Glutaminsäure, der besonders häufig in der industriellen Lebensmittelproduktion eingesetzt wird. Glutaminsäure ist als Aminosäure ein Grundbestandteil vieler Eiweiße und kommt in vielen eiweißhaltigen Lebensmittel vor. Viele Lebensmittel, darunter auch Käse und Sojasoße, enthalten von Natur aus relativ hohe Anteile von Glutaminsäure.

Wird Mononatriumglutamat Lebensmitteln zugesetzt, muss das Glutamat im Zutatenverzeichnis als "Geschmacksverstärker E 621" oder als Geschmacksverstärker "Mononatriumglutamat" angegeben werden. Diese Kennzeichnung ist nicht gefordert, wenn dem Produkt Hefeextrakt oder Würze zugegeben wird. Da Hefeextrakt Glutaminsäure in nicht isolierter Form enthält, besitzt es keine E-Nummer und gilt demnach nach Gesetz nicht als Geschmacksverstärker. Hefeextrakt ist in diesem Fall eine Zutat und kein Zusatzstoff. Auch bei Lebensmitteln, wie Tomaten, die Glutaminsäure von Natur aus enthalten, muss dies nicht gekennzeichnet sein.

Frage von Ludwig R.

"Ich wollte wissen, ob die Milch „homogenisiert“ ist, da dies nicht auf der Verpackung gekennzeichnet ist."

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Bis 31.12.2007 war es verpflichtend, auf der Verpackung anzugeben, ob die Milch homogenisiert worden ist. Die Homogenisierung wird vorgenommen, um das „Aufrahmen“ zu verhindern. Bei naturbelassener Milch trennt sich der Rahm nach einiger Zeit vom Wasser und schwimmt oben auf. Um dies zu vermeiden, wird Milch homogenisiert.

Im Handel angebotene Milch ist in der Regel meist homogenisiert. Es ist jedoch nicht mehr verpflichtend, dies auf der Verpackung zu kennzeichnen. Selbstverständlich können die Hersteller dies weiterhin freiwillig deklarieren bzw. Sie können beim Hersteller nachfragen, ob einer Homogenisierung vorgenommen wird.

Frage von Herr Lindner

"Ich habe entdeckt, dass bei Kartoffeln neuerdings "enthält max. 4% andere Sorten" steht. Ich würde gerne wissen, was das bedeutet."

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Die Kennzeichnung für Kartoffeln hat sich zum 01.07.2011 mit dem Wegfall der deutschen Handelsklassen Verordnung (HKL VO) geändert. Der Hinweis „enthält max. 4% andere Sorten“ bedeutet, dass keine hundertprozentige Sortenreinheit garantiert werden kann. So können zum Beispiel im Boden verbliebene Knollen anderer Sorten (so genannte Durchwuchsknollen) erneut austreiben und unbemerkt in die neue Ernte gelangen. Selbstverständlich werden alle Landwirte und Packbetriebe dazu angewiesen, äußerst sorgfältig zu arbeiten und die Sortenreinheit stets zu gewährleisten. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich einzelne Knollen in eine andere Partie untermischen. Die Vermischung zeigt sich höchstens in einem abweichenden Geschmack oder Kochverhalten, ist ansonsten aber absolut unproblematisch.

Frage von Rita D.

"Ich habe geriebenen Käse gekauft, der als Trennmittel Stärke enthält. Und wollte wissen, wie ich es erkennen kann, ob es sich um eine glutenfreie Stärke handelt."

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Seit dem 25. November 2005 müssen Zutaten, die in Europa häufig Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen, gekennzeichnet werden. Dazu gehört auch Gluten. Wenn es sich um eine glutenhaltige Stärke handelt, können Sie dies also anhand des Zutatenverzeichnisses erkennen. Im Zutatenverzeichnis ist dann Folgendes zu lesen: Stärke (Gluten) oder Stärke (Weizen) oder Weizen stärke.

Wenn nur „Stärke“ deklariert ist, ohne jeden weiteren Hinweis, handelt es sich um eine glutenfreie Stärke, zum Beispiel Kartoffel- oder Maisstärke. Um sicherzugehen, können Sie im Zweifelsfall auch beim Hersteller direkt nachfragen.

Frage von Robert W.

"Ich habe Essig gekauft und wunderte mich, dass auf dem Essig kein Mindesthaltbarkeitsdatum zu finden ist. Wollte wissen wie lange ich den Essig aufbewahren kann?"

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Essige werden unmittelbar vor dem Abfüllen durch Erhitzen (d.h. pasteurisieren) haltbar gemacht. Außerdem wirkt der hohe Gehalt an Essigsäure zusätzlich konservierend. Deshalb ist Essig nahezu unbegrenzt haltbar.

Laut Verordnung über den Verkehr mit Essig und Essigessenz ist bei Essigen die Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums auf der Verpackung nicht vorgeschrieben. Aus diesem Grund tragen Essigflaschen auch kein Mindesthaltbarkeitsdatum, wie man es bei anderen verpackten Lebensmitteln vorfindet. Sobald sich eine Essigflasche jedoch im Anbruch befindet, ist sie gegenüber der sie umgebenden Luft nicht mehr hermetisch abgeschirmt.

Angebrochene Essigflaschen sollten kühl gelagert werden und innerhalb von ein bis zwei Monaten verbraucht werden. Idealer Lagerort ist der Kühlschrank oder ein kühler Vorratsraum bzw. der Keller. Außerdem sollte man stets darauf achten, dass die Flasche nach dem Gebrauch wieder gut verschlossen wird.

Während der Lagerung eines angebrochenen Essigs über einen längeren Zeitraum tritt ein Verlust an Aroma auf. Es können geruchliche und geschmackliche Veränderungen stattfinden.

Frage von Hans M.

"Ich wollte wissen, warum Käse kein Zutatenverzeichnis besitzt."

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Alle Zutaten, die Lebensmitteln zugesetzt werden sind kennzeichnungspflichtig. Ausgenommen davon sind Produktionshilfsstoffe, die dem Lebensmittel während der Herstellung zugesetzt werden, im Endprodukt jedoch nicht mehr als solche enthalten sind. Die für die Herstellung von Käse notwendigen Stoffe wie Milch, Lab, Milchsäurebakterien und Speisesalz müssen daher nicht im Zutatenverzeichnis deklariert werden. Anders ist dies mit zusätzlichen Zutaten wie Kräutern, Gewürzen oder beispielsweise dem Farbstoff Betacarotin. Sind diese Zutaten eingesetzt worden, finden Sie die Angabe dazu Zutatenverzeichnis.

Frage von Heiner W.

"Ich möchte wissen, warum auf einigen Produkten zwei Bio-Logos zu finden sind."

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Seit Mitte des Jahres 2010 werden europaweit Bio-Produkte mit dem neuen Bio-Logo der Europäischen Union (links) gekennzeichnet, einem aus weißen Sternen geformten Blatt auf grünem Grund.

Bis Juli 2012 dürfen auch Etiketten, die noch ohne das neue Logo gedruckt worden sind, weiter verwendet werden. Daher findet sich auf einigen Produkten noch alleine das achteckige deutsche Bio-Siegel. Dieses darf auch weiterhin zusätzlich zum neuen Logo auf der Verpackung bleiben. Da das deutsche Logo zur Zeit noch bekannter ist, verwenden viele Hersteller das europäische und das deutsche Siegel nebeneinander.

Frage von Frau Weinrich

"Mir ist aufgefallen, dass die real,- Quality Cola auf dem Etikett als „zuckerfrei“ ausgelobt wird, in den Nährwertangaben steht jedoch, dass das Produkt 0,1 g Zucker enthält. Ich möchte wissen, wie das zustande kommt."

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Die Angabe „zuckerfrei“ ist nur zulässig, wenn ein Produkt nicht mehr als 0,5 g Zucker pro 100 g bzw. 100 ml enthält. Die real,- Quality Cola enthält praktisch keinen Zucker. Aufgrund der analytischen Nachweisgrenze lässt sich jedoch nicht 100%ig ausschließen, dass nicht doch ein ganz geringer Restzuckergehalt enthalten sein könnte. Um alle Eventualitäten auszuschließen, geben wir bei real,- Quality Cola den Zuckergehalt gemäß der Deklarationsempfehlung unseres Lieferanten als 0,1 g an.

Angaben wie "zuckerfrei", "fettreduziert" oder "reich an Vitamin C" sind seit einigen Jahren eindeutig geregelt, um den Verbrauchern bei gesundheits- und nährwertbezogenen Angaben Sicherheit zu bieten. Festgelegt sind die Grenzwerte in der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 des europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben bei Lebensmitteln.

Frage von Frau Schulz

"Wofür steht die Abkürzung BE, die auf Diabetiker-Lebensmitteln zu finden ist?"

Ihre real,- Expertin Anna Banach

BE steht für Broteinheit, eine Berechnungseinheit für den Gehalt von Kohlenhydraten in Speisen. Sie bezeichnet eine Menge von 10 bis 12 g Kohlenhydraten. Eine Broteinheit entspricht z.B. 2 TL Zucker, einer dünnen Scheibe Brot, 100 g geriebenem Apfel oder 100 ml Orangensaft. Broteinheiten spielen als praktischer Schätzwert im Alltag vor allem für Diabetiker Typ 1 eine wichtige Rolle. Typ-1-Diabetiker müssen in der Regel einen individuellen Ernährungsplan einhalten, der unter anderem definiert, wie viele Broteinheiten (BE) sie zu sich nehmen dürfen.

Frage von Linda R.

„Worin besteht der Unterschied zwischen Süßrahmbutter und Sauerrahmbutter?“

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Je nach Herstellungsart unterscheidet man verschiedene Buttersorten: Süßrahmbutter, Sauerrahmbutter und mild gesäuerte Butter.

Sauerrahmbutter wird aus Rahm hergestellt, dem Milchsäurebakterien zugesetzt werden. Diese wandeln während des Reifeprozesses Milchzucker in Milchsäure um. So entstehen Aromastoffe, die der Sauerrahmbutter ihren typischen, leicht säuerlichen Geschmack verleihen.

Süßrahmbutter dagegen wird ohne den Zusatz von Milchsäurebakterien hergestellt, wodurch sie sehr viel milder schmeckt. Sie eignet sich ausgezeichnet, um Soßen zu verfeinern, da sie beim Erhitzen nicht ausflockt und den Soßen gute Bindung gibt.

Mildgesäuerte Butter ist Süßrahmbutter, die nachträglich durch Zugabe bestimmter Säuerungsmittel, beispielsweise Milchsäure, gesäuert wird.

Frage von Herr Siebert

„Was bedeutet der Hinweis „Lt. Gesetz ohne Konservierungsstoffe“ auf dem Etikett einer Konserve?“

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Laut Gesetz dürfen Konserven keine Konservierungsstoffe zugesetzt werden. Konserven sind bereits durch das luftdichte Verschließen und anschließende Erhitzen langfristig haltbar. Konservierungsstoffe werden dabei nicht benötigt. Da die Wörter "Konserve" und "Konservierungsstoff" so ähnlich klingen, vermuten jedoch Viele, dass Konserven Konservierungsstoffe enthalten. Durch den Hinweis auf dem Etikett soll noch einmal verdeutlicht werden, dass dies nicht der Fall ist.

Frage von Anja Fr.

„Viele wundern sich, dass auf Mineralwasser ein Mindesthaltbarkeitsdatum aufgedruckt ist. Warum ist dies so?“

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Mineralwasser, das in Deutschland verkauft wird, unterliegt dem deutschen Lebensmittel-recht. Dieses Recht schreibt den Herstellern von Lebensmitteln vor, ein Mindesthaltbarkeits-datum auf die Verpackung aufzudrucken. Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf den Wasserfla-schen wird also aus rein rechtlichen Gründen angebracht.

Wasser gehört zu den Lebensmitteln, die in der ungeöffneten Flasche unbegrenzt haltbar und lagerbar sind. Das deutsche Mineralwasser wird kontinuierlich überwacht, in Bezug auf die Qualität und die Abfüllung. Bei der Abfüllung werden die Flaschen auf verschiedene Arten behandelt, sodass praktisch keine Keime mehr im Wasser vorhanden sind. Erst beim Öffnen der Wasserflasche kann das Wasser mit Keimen kontaminiert werden. Eine geöffnete Wasserflasche sollte daher nicht zu lange gelagert werden. Aber auch hier ist es in der Regel gesundheitlich unbedenklich, aus einer Wasserflasche zu trinken, die bereits einige Zeit geöffnet war.

Frage von Frau Richter

„Oft findet man in der Zutatenliste Angaben wie „enthält den Emulgator E 322. oder E 472“. Wofür sind diese Zusatzstoffe gut?“

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Emulgatoren sind Stoffe, die es ermöglichen, zwei normalerweise nicht mischbare Flüssigkeiten wie beispielsweise Öl und Wasser miteinander zu verbinden. Die Moleküle von Emulgatoren bestehen aus zwei verschiedenen Bereichen, von denen der eine in Wasser löslich ist und der andere in Fett. So können sie sich sowohl an Fett als auch an Wasser anlagern und die sich eigentlich abstoßenden Flüssigkeiten zu einer stabilen Emulsion verbinden.

Mayonnaise oder Margarine sind ein gutes Beispiel für solche Emulsionen. Milch enthält von Natur aus den Emulgator Lecithin. Dieser wird auch bei der industriellen Herstellung von Lebensmitteln als Zusatzstoff E 322 eingesetzt. Lecithin gilt als unbedenklich, da es vollständig im Organismus verwertet wird und kann ohne Einschränkung verzehrt werden.

Frage von Frau Immerstett

„Ich habe neulich auf Jodsalz den Hinweis gelesen „Nicht mit jodiertem Speisesalz vermischen.“, was soll ich davon halten?“

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Die Jodierung von Speisesalz ist in Europa nicht einheitlich geregelt. In Deutschland wird zur Jodierung Jodat eingesetzt, in anderen europäischen Ländern können auch andere Verbindungen eingesetzt werden, zum Beispiel Jodid. Sollten Sie jodiertes Speisesalz aus anderen europäischen Ländern mit deutschem Jodsalz vermischen, kann es möglicherweise zu farblichen Veränderungen des Salzes kommen, beispielsweise zu einer gelblichen Färbung. Darüber hinaus könnte es sein, dass sich die präventive Wirkung des Jodsalzes durch Vermischung der beiden verschiedenen Jodsorten aufhebt. Aus diesem Grund wurde der vorsorgliche Hinweis auf der Verpackung von Jodsalz angebracht.

Frage von Herr Krollwitz

„Auf Olivenölen findet man manchmal die Bezeichnung „natives Olivenöl extra“, was ist damit gemeint?“

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Olivenöl wird in Deutschland gemäß der Verordnung EG Nr. 1234/2007 in verschiedene Güteklassen eingeteilt. Unter dem sogenannten „nativen Olivenöl extra“ versteht man kaltgepresstes, nicht raffiniertes Olivenöl aus der ersten Pressung (Güteklasse I). Natives Olivenöl ist besonders hochwertig, da das Aroma und nahezu alle wertvollen Inhaltsstoffe weitgehend erhalten bleiben. Es verträgt jedoch keine so hohen Temperaturen, wie raffiniertes Öl und eignet sich daher nicht so gut zum Braten und Frittieren. Natives Olivenöl sollte maximal auf 180 °C erhitzt werden und wird daher besser für kalte Gerichte, zum Dünsten, Schmoren und Backen verwendet.

Olivenöl ohne den Zusatz „nativ“ besteht dagegen überwiegend aus raffiniertem Olivenöl. Es ist nicht so aromatisch wie kaltgepresstes Öl. Dafür darf es bis ca. 210 °C erhitzt werden und eignet sich somit auch zum Braten und Frittieren.

Frage von Sarah G.

„Was verbirgt sich eigentlich hinter der Aussage „Nach der Ernte behandelt“ auf Lebensmittelverpackung?“

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Bei Kartoffeln beispielsweise findet man auf dem Etikett manchmal die Angabe "nach der Ernte behandelt". Dieser Hinweis bezieht sich auf die Oberflächenbehandlung der Kartoffeln nach der Ernte. Um eine frühzeitige Keimung oder Fäulnis zu vermeiden, werden Keim- und Schimmelbehandlungsmittel eingesetzt. Zugelassen sind die Stoffe Chlorpropham, Imazalil und Thiabendazol. Sie sorgen für eine längere Haltbarkeit der Knolle und sind biologisch abbaubar. Für den menschlichen Körper sind sie unbedenklich. Wer jedoch gerne Kartoffeln mit Schale isst, kann auf Bio-Ware oder Frühkartoffeln zurückgreifen. Kartoffeln aus ökologischem Anbau dürfen zum Einlagern nur mit einem natürlichen Extrakt aus Pfefferminzöl behandelt werden. Frühkartoffeln sind nur sehr bedingt lagerfähig und werden deswegen nur sehr selten behandelt. Behandelte Lagerkartoffeln sollten dagegen besser geschält verzehrt werden.

Frage von Robert F.

„Bei Zitrusfrüchten liest man häufiger den Hinweis „gewachst“ auf dem Etikett. Was das heißt und weshalb wird dies gemacht?“

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Die Schale von Zitrusfrüchten besitzt eine natürliche Wachsschicht, welche die Früchte vor Schädlingsbefall und Austrocknung schützt. Bei der Reinigung der erntefrischen Früchte wird oft die natürliche Wachsschicht mit entfernt. Um vorzeitigen Verderb und schnelles Austrocknen zu verhindern, werden die Früchte oftmals anschließend wieder mit Wachs überzogen. So behandelte Früchte tragen auf dem Etikett den Hinweis „gewachst“. Die eingesetzten Wachse sind für den Körper unbedenklich.

Frage von Jutta M.

„Häufig findet man neben den Abbildungen auf Verpackungen den Hinweis „Serviervorschlag“, was ist darunter zu verstehen? “

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Die Bezeichnung „Serviervorschlag“ steht oft bei Bildern von dekorierten Lebensmitteln oder servierfertigen Gerichten. Diese Abbildungen stellen oft nicht nur das in der Packung enthaltene Lebensmittel dar. Zusätzlich werden dort Lebensmittel oder Utensilien verwendet, die nicht in der Verkaufsverpackung enthalten sind. Um die Verbraucher nicht zu täuschen, wird dies mit dem Ausdruck „Serviervorschlag“ gekennzeichnet.

Frage von Ina M.

„Seit einiger Zeit tragen viele Verpackungen im Handel keinen „grünen Punkt“ mehr, wie soll ich diese Verpackungen entsorgen?“

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Bereits zum 1. Januar 2008 ist eine neue Verpackungsverordnung in Kraft getreten. Seitdem müssen Verpackungen nicht mehr zwingend mit dem „Grünen Punkt“ gekennzeichnet werden. Dennoch müssen alle Verpackungen ohne Ausnahme bei einem Verwertungssystem lizenziert sein. Sie können also weiterhin in die gelbe Tonne wandern und werden stofflich verwertet – auch ohne grünen Punkt.

Der „Grüne Punkt“ ist das Logo des Dualen Systems Deutschland (DSD). Allerdings gibt es neben dem DSD inzwischen zahlreiche weitere Anbieter für die Abfuhr und Aufarbeitung von Wertstoffen. Da jedoch jeder Systemanbieter ein eigenes Logo besitzt, hätte dies beim Verbraucher eher zur Verwirrung, als zur Aufklärung beigetragen.

Deshalb hat die Bundesregierung die Kennzeichnung freigestellt, auch mit der Begründung, dass die Verbraucher durch die jahrelange Erfahrung bei der Mülltrennung inzwischen wissen, welche Verpackungen in den Gelben Sack bzw. die Gelbe Tonne entsorgt werden müssen.

Frage von Frau Kleinschmidt

„Was bedeutet der Hinweis „unter Schutzatmosphäre verpackt“, den man manchmal auf den verpackungen bei Fleisch- und Wurstwaren, aber auch bei Kase und anderen Lebensmitteln findet?“

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Der Hinweis „unter Schutzatmosphäre verpackt“ auf Verpackungen weißt darauf hin, dass in die Verpackung eine veränderte Gaszusammensetzung eingeleitet wurde, die gegenüber der normalen Luftatmosphäre abweicht. Diese Atmosphäre ist für den Menschen völlig unbedenklich. Als Schutzatmosphäre werden je nach Art des Lebensmittels Mischungen aus Kohlendioxid, Stickstoff oder Sauerstoff verwendet, um die Haltbarkeit der verpackten Produkte zu verlängern.

Solche Verpackungen werden oftmals für Lebensmittel verwendet, die nicht vakuumiert werden können. Ideal ist eine Schutzgasverpackung beispielsweise für Wurst in Scheiben, da die einzelnen Scheiben darin nicht verkleben, wie es bei einer Vakuumverpackung der Fall wäre. Das Schutzgas verlangsamt das Wachstum von Keimen und stützt zusätzlich die Verpackung. Dies gewährleistet eine hygienische Verarbeitung und eine lange Haltbarkeit der Produkte.

Frage von Herr Sauer

„Im Zutatenverzeichnis vieler Lebensmittel liest man den Begriff modifizierte Stärke. Worin unterscheidet sich diese eigentlich von normaler Stärke?“

Ihre real,- Expertin Anna Banach

Stärke gehört chemisch gesehen zu den komplexen Kohlenhydraten. Sie kommt vor allem in Kartoffeln, Mais und Getreide vor und dient den Pflanzen als Reservestoff. In der menschlichen Ernährung ist Stärke die wichtigste Kohlenhydratquelle.

Stärke findet zudem in verschiedensten Formen in der Lebensmittelindustrie Verwendung, oft als modifizierte Stärke. Hierzu wird natürliche Stärke verschiedenen Umwandlungsprozessen unterzogen. Dadurch erlangt sie je nach Verwendungszweck bestimmte Eigenschaften. Sie reagiert zum Beispiel weniger empfindlich auf Säuren und Laugen. Oder die Stärke wird beständiger gegenüber Hitze oder Kälte. Dadurch eignet sie sich beispielsweise besser zum Einfrieren und Auftauen.

Frage von Tina B.

„Ich habe auf Milch und Fleisch schon oft ein ovales Zeichen gesehen. Ich möchte wissen, was der Zahlen- und Buchstabencode darin bedeutet?”

Ihre real,- Expertin Klaudia Kekic

Das ovale Zeichen auf der Verpackung ist das sogenannte Identitätskennzeichen. Es enthält vor allem die Zulassungsnummer des Betriebes, der das Produkt zuletzt behandelt bzw. verpackt hat. Alle Betriebe, die tierische Lebensmittel herstellen, bedürfen einer Zulassung. Sie stellt sicher, dass der Betrieb nach EU-weiten Hygienestandards arbeitet und regelmäßig kontrolliert wird. Mit Hilfe des Identitätskennzeichens kann zudem der Herstellungsweg eines tierischen Produktes zurückverfolgt werden.

Das Identitätskennzeichen dient vor allem den Überwachungsbehörden. Aber auch Verbraucher können es entschlüsseln. Der Code im ovalen Feld enthält verschiedene Elemente. Die ersten Buchstaben stehen für das Land, z.B. DE für Deutschland, AT für Österreich. Die folgenden Buchstaben bezeichnen das Bundesland, z.B. NW für Nordrhein-Westfalen. Darauf folgt direkt die Zulassungsnummer des Betriebes, aus dem das Erzeugnis stammt. Am Ende steht die Abkürzung EG für "Europäische Gemeinschaft ", sofern es sich um ein Erzeugnis aus einem Betrieb der Europäischen Gemeinschaft handelt. Je nach Herkunftsland werden auch andere Abkürzungen für die Europäische Union verwendet.

Eine Liste mit allen Betrieben finden Sie beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Frage von Jürgen M.

„Wie erkannt man in welchem Land frisches Obst und Gemüse angebaut wurde?”

Ihre real,- Expertin Sarah Wingensiefen

Ab dem Januar 2008 muss frisches Obst und Gemüse laut den EU-Vermarktungsnormen mit dem Ursprungsland ausgezeichnet sein. Dabei handelt es sich um das Land, in dem das Obst und Gemüse angebaut wurde. Sie finden die Angabe auf der Verpackung und auf dem Preisschild der Ware. Jedoch gilt auch hier: keine Regel ohne Ausnahme. Bei einigen Obst- und Gemüsearten schreibt der Gesetzgeber die Angabe des Ursprungslandes nicht vor, z.B. bei Kartoffeln, Zuckermais, Kokos-, Cashew,- Paranüsse und Bananen.

Frage von Herrn Bader

„Die Bezeichnung „Fett i. Tr.“ findet sich auf jedem Käse, ob an der Theke oder im Supermarktregal. Herr Bader möchte wissen, was die Abkürzung bedeutet?“

Ihre real,- Expertin Sarah Wingensiefen

Die Abkürzung „Fett i. Tr.“ steht für „Fett in der Trockenmasse”. Sie bezeichnet den prozentualen Fettanteil im Käse unabhängig vom Wassergehalt.

Die Trockenmasse eines Käses besteht hauptsächlich aus Kohlenhydraten, Eiweißen, Mineralstoffen – und eben Fett. Während der Lagerung und Reifung verliert ein Käse an Wasser und Gewicht. Dabei ändert sich der absolute Fettgehalt natürlich nicht. Bezogen auf das Gesamtgewicht des Käses (inklusive Wasser), verändert sich jedoch der prozentuale Fettanteil. Dieser Anteil steigt je weiter das Käsegewicht sinkt. Gleiches gilt natürlich für alle anderen Bestandteile der Trockenmasse.

Der Fettanteil im gesamten Käse taugt also nicht als Vergleichsgröße. Um den Fettgehalt verschieden feuchter Käsesorten vergleichen zu können, wird der der Fettgehalt in der Trockenmasse angegeben. Nach diesem Kriterium sind Käse in acht Fettgehaltsstufen eingeteilt. Angefangen von der Magerstufe mit weniger als zehn Prozent Fett i. Tr. bis hin zur Doppelrahmstufe mit 60 bis 85 Prozent Fett i. Tr.

Bei Weichkäse beträgt der absolute Fettgehalt etwa die Hälfte der Angabe „Fett i. Tr“. Ein Brie mit 40% Fett i. Tr. enthält also ungefähr 20 Gramm Fett pro 100 Gramm Käse. Bei Frischkäse muss die Fett-i.-Tr.-Angabe mit 0,3 multipliziert werden, um den tatsächlichen Fettgehalt zu errechnen, bei Schnittkäse mit 0,6 und bei Hartkäse mit 0,7.

Frage von Frau Schnitzler

„Ich bin schwanger und mir wurde vom Verzehr von Rohmilchkäse abgeraten. Aber woran kann ich Käse aus Rohmilch genau erkennen?“

Ihre real,- Expertin Sarah Wingensiefen

Liebe Frau Schnitzler, in Deutschland wird Käse in der Regel aus pasteurisierter Milch hergestellt. Ist Rohmilch die Grundlage, so muss dies laut Milch-Verordnung gekennzeichnet sein. Die Kennzeichnung erfolgt entweder auf dem Käse selbst oder auf der Verpackung. Bei Erzeugnissen aus dem Ausland können andere Regelungen gelten. Käse aus Frankreich kann z.B. mit „au lait cru“ gekennzeichnet sein.

An der Käsetheke gibt es keine Kennzeichnungspflicht. Dort sollten Sie beim Personal nachfragen.

Schwangeren, Kleinkindern und kranken Menschen wird empfohlen, keine Rohmilchprodukte zu verzehren. Da Rohmilchkäse höchstens auf 40°C erhitzt wird, kann er noch unerwünschte Bakterien enthalten. Dazu gehören Krankheitserreger wie beispielsweise Listerien, die das Kind im Mutterleib schädigen können.

Alles Gute für Sie und Ihr Baby

Frage von Frau Müller

„Man sagt immer, Kalzium in der Milch sei besonders wichtig für den Aufbau von Knochen und Zähnen. Doch mir fiel auf, dass bei den Nährwertangaben auf der Verpackung nichts von Kalzium steht. Kann es sein, dass in der Milch gar kein Kalzium enthalten

Ihre real,- Expertin Sarah Wingensiefen

Hallo Frau Müller, keine Sorge, in der Milch ist Kalzium enthalten! Auf der Milch-Verpackung werden jedoch vor allem die energieliefernden Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette und der Gesamtenergiegehalt angegeben. Vitamine und Mineralstoffe sind dagegen nicht verzeichnet. Kalzium gehört zu den Mineralstoffen. Tatsächlich ist Milch ein idealer Kalziumlieferant und enthält im Durchschnitt 120 mg Kalzium pro 100g. Das gilt für Vollmilch, fettarme und Magermilch unabhängig vom Erhitzungsgrad. Ein Glas Milch (0,2 l) deckt ca. ein Fünftel des Tagesbedarfs an Kalzium.

Frage von Johannes K.

„Auf Bio-Produkten sieht man oft ein grünes sechseckiges Bio-Zeichen, manchmal aber auch einen blau-grünen Kreis mit einer Ähre in der Mitte. Was bedeuten diese Zeichen?“

Ihre real,- Expertin Klaudia Kekic

Hallo Herr K,

an diesen Zeichen können Sie Bio-Produkte einfach erkennen.

Bei dem grünen sechseckigen Zeichen handelt es sich um das deutsche BIO-Siegel. Das staatliche, verbandsunabhängige und markenübergreifende Siegel kennzeichnet biologisch erzeugte landwirtschaftliche Produkte und Lebensmittel.

Der grün-blaue Kreis ist das europäische Bio-Siegel, das in allen EU-Ländern verwendet wird.

Mit diesen beiden Siegeln dürfen nur Produkte gekennzeichnet werden, die die Anforderungen der EG-Öko-Verordnung erfüllen.

Mindestens 95 Prozent der Zutaten müssen aus ökologischem Landbau stammen. Die Bio-Produkte zeichnen sich zudem dadurch aus, dass sie nicht bestrahlt werden und keine gentechnisch veränderten Organismen enthalten. Im ökologischen Landbau dürfen keine leicht löslichen mineralischen Dünger eingesetzt werden. Ein weiteres Kennzeichen sind abwechslungsreiche, weite Fruchtfolgen. Tiere müssen artgerecht gehalten werden und erhalten ökologisch produzierte Futtermitteln ohne Zusatz von Antibiotika und Leistungsförderern.

EG-Öko-Verordnung : Verordnung (EG) Nr. 2092/91 zum Ökologischen Landbau

Frage von Herrn Schreiber

„Auf Verpackungen findet sich neben der Gewichtsangabe oft ein großes e, was bedeutet das eigentlich?“

Ihre real,- Expertin Klaudia Kekic

Hallo Herr Schreiber,

Bei dem e auf den Verpackungen handelt es sich um das EWG-Zeichen (EWG: Europäische Wirtschaftsgemeinschaft). Dieses Zeichen unterliegt dem Eichgesetz und wird auf Fertigpackungen angebracht. Da Fertigpackungen in Abwesenheit des Kunden verpackt werden, kann der Kunde nicht kontrollieren, ob tatsächlich die angegebene Menge enthalten ist. Das e garantiert, dass die Abfüllmengen vom Eichamt des Herstellungslandes stichprobenartig kontrolliert werden. So wird verhindert, dass Verbraucher zu wenig Ware erhalten. Seit Einführung der Kontrollen ging die Zahl der Unterfüllungen schlagartig um die Hälfte zurück.

Frage von Tom S.

„Welche Produkte können mit dem BIO-Siegel gekennzeichnet werden?“

Ihre real,- Expertin Sarah Wingensiefen

Mit dem Bio-Siegel dürfen alle Produkte gekennzeichnet werden, die entsprechend der Verordnung (EG) Nr. 2092/91 zum Ökologischen Landbau (EG-Öko-Verordnung) produziert und kontrolliert werden und deren Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs sind und zu mindestens 95 Prozent aus dem ökologischen Landbau stammen. Produkte, die in der Umstellungsphase eines Betriebes auf die biologische Landwirtschaft hergestellt wurden, dürfen nicht mit dem Bio-Siegel gekennzeichnet werden.

Die EG-Öko-Verordnung schreibt u.a. vor: Verbot der Bestrahlung von Öko-Lebensmitteln, Verbot gentechnisch veränderter Organismen, Verzicht auf Pflanzenschutz mit chemisch-synthetischen Mitteln, Verzicht auf leicht lösliche mineralische Dünger, abwechslungsreiche, weite Fruchtfolgen, eine flächengebundene, artgerechte Tierhaltung und die Fütterung mit ökologisch produzierten Futtermitteln ohne Zusatz von Antibiotika und Leistungsförderern.

Frage von Sabine S.

„Ich kaufe gern Salami. Oft steht auf der Verpackung „100g Wurst aus 120g Fleisch hergestellt“. Wie kann das funktionieren, und wo sind die restlichen 20g geblieben?!“

Ihre real,- Expertin Sarah Wingensiefen

Hallo Frau S,

diese Formulierung findet sich meist auf sogenannten Rohwürsten wie Salami oder Mettenden. Rohwürste unterliegen einem Reifeprozess. Dabei verliert die Wurst durch Räuchern oder Lagern an Feuchtigkeit. Um am Ende 100 g Wurst zu erzielen, benötigt man entsprechend mehr als 100 g frisches Fleisch. Aufgrund neuer gesetzlicher Regelungen steht jedoch der Ausgangswert auf der Verpackung.

Seit Änderung der Lebensmittelkennzeichnungsverordnung im Jahr 2001 müssen die Hersteller den Gehalt wertbestimmender Zutaten zum Zeitpunkt der Herstellung angeben (QUID-Regelung). Die Formulierung ist in dieser Form seit 2003 vorgeschrieben. Für die Qualität der Mettenden ist der Fleischanteil von besonderer Bedeutung.

Frage von Ulli K.

„Im Kühlregal findet man inzwischen Milch mit der Aufschrift ‚länger frisch’, auch ESL-Milch genannt. Was versteht man darunter und wie wird diese Milch haltbar gemacht?“

Ihre real,- Expertin Klaudia Kekic

Hallo Herr K.,

länger-frische Milch wird unter Fachleuten auch als ESL-Milch bezeichnet. ESL steht für Extended Shelf Life, also verlängerte Haltbarkeit. Länger-frische Milch ist 12 - 21 Tage haltbar, während die Haltbarkeit von normaler pasteurisierter Milch 5 - 6 Tage beträgt. H-Milch ist allerdings noch länger haltbar (3 - 6 Monate).

ESL-Milch wird mit modernen, schonenden Erhitzungsverfahren haltbar gemacht. Dafür wird sie mit heißem Dampf für ein bis zwei Sekunden auf 127°C erhitzt und anschließend sofort wieder heruntergekühlt. Eine besonders gute Rohmilch-Qualität, keimfreie Verarbeitung, Abfüllung und Verpackung sowie eine konsequente Kühlung tragen zudem zur langen Haltbarkeit bei.

Bei diesem Verfahren bleiben die Vitamine ähnlich gut erhalten wie bei normaler pasteurisierter Milch. Die Milch schmeckt frisch und hat keinen Kochgeschmack.

ESL-Milch muss ebenso wie pasteurisierte Milch gekühlt werden. Ist sie einmal geöffnet, verdirbt sie ähnlich schnell wie andere Milchsorten.

Zum Vergleich eine Aufstellung der herkömmlichen Erhitzungsverfahren:

Pasteurisieren

Pasteurisierte Milch (Frischmilch) wird bis zu 30 Sekundenlang bei 72 °C bis 75 °C kurzzeiterhitzt, hält sich gekühlt bei + 8 °C ca. 5 - 6 Tage.

Ultrahocherhitzen

Ultrahocherhitzte Milch/Haltbare Milch (H-Milch) wird mindestens 1 - 4 Sek. auf 135 °C erhitzt, ist ungeöffnet 3 - 6 Monate bei Zimmertemperatur haltbar.

Sterilisieren

Sterilisierte Milch/Sterilmilch: mindestens drei Minuten auf 121 °C in der Flasche erhitzt, hält sich ungeöffnet bis zu einem Jahr