Richtig saunieren: so ist Sauna gesund

Rund 36 % aller Deutschen gehen regelmäßig in die Sauna und folgen damit einer uralten Tradition. Schon in der Steinzeit schwitzten die Menschen gerne in mit heißen Steinen beheizten Erdlöchern. Nach und nach haben auf der ganzen Welt verschiedene Völker ihre ganz eigenen Saunatraditionen entwickelt, um ihre Körper abzuhärten. Und das zu Recht: Gerade im Winter tut das Schwitzbad Körper und Seele gut, stärkt die Abwehrkräfte und hilft beim Entspannen. Lesen Sie hier, welche Saunen es gibt und wie Sie Ihre Saunagänge zum Rundum-Wohlfühl-Erlebnis werden lassen.

Sauna: Das heilende Schwitzen

Wer regelmäßig in die Sauna geht, tut vor allem seiner Haut etwas Gutes. Zusammen mit dem Schweiß werden Schmutz- und Fettpartikel aus den Hautporen geschwemmt. Auch Schadstoffe wie Alkohol und Nikotin schwitzt der Körper aus. Eine strahlend schöne Haut ist das Ergebnis, denn die hohen Temperaturen fördern die Zellteilung, was unsere Haut straff und jung aussehen lässt. Das ständige Wechselspiel zwischen heiß und kalt ist zudem ein tolles Blutgefäß-Training. Durch die Hitze weiten sich die Gefäße, bei dem anschließenden Eisbad ziehen sie sich wieder zusammen, um nicht unnötig Wärme aus dem Körper abzuleiten. Das kommt uns gerade im Winter zugute: Eifrige Saunagänger können sich freuen, dass sich ihr Körper nach einem Aufenthalt im Freien besonders schnell wieder aufwärmt. Auch unsere Abwehrkräfte werden durch regelmäßiges Saunieren gestärkt: Durch das Gefäß-Training ziehen sich unsere Blutgefäße im Kalten nicht mehr schlagartig zusammen, so dass den Schleimhäuten im Rachenraum ausreichend weiße Blutkörperchen zur Verfügung stehen, um Bakterien & Co. abzuwehren. Nicht zuletzt ist das Schwitzbad auch Balsam für die Seele: Die Wärme führt nicht nur zur Ausschüttung von Glückshormonen, sondern lässt auch eine wohlige Müdigkeit nach dem Saunabad entstehen. Danach schläft es sich ganz besonders gut. Beeinflusst wird dies durch das Zusammenspiel verschiedener Nerven: Der Sympathicus weitet während der Schwitzphasen unsere Gefäße und steigert den Herzschlag, sein Gegenspieler bringt uns die wohl verdiente Entspannung. Zusammen mit Massagen und Bädern wird das Saunabad so zum richtigen Wohlfühlerlebnis.

Die Saunagänge:

Um das Saunaerlebnis wirklich rundum genießen zu können, sollten Sie vorsorgen: Nehmen Sie einen Bademantel, 1-2 große Badetücher, Badeschlappen und ausreichend Getränke mit. Um den Körper nicht unnötig zu belasten, sollten Sie vor dem saunieren nicht zu schwer essen, aber auch nicht mit leerem Magen in die Sauna gehen.

Und so funktioniert‘s: Duschen Sie vor dem ersten Saunagang. Bei kalten Füßen nehmen Sie zuerst ein warmes Fußbad. Planen Sie insgesamt zwei bis drei Saunagänge mit einer Länge von jeweils 8-15 Minuten ein. Neueinsteiger sollten es sich auf den unteren Bänken gemütlich machen, da Wärme bekanntlich nach oben steigt und die Temperatur unten am niedrigsten ist. Legen Sie sich möglichst auf den Rücken. Erst in den letzten zwei Minuten setzen Sie sich auf, um den Körper wieder an die aufrechte Haltung zu gewöhnen.

Nach dem Schwitzen kühlen Sie sich erst einige Minuten an der frischen Luft ab, spritzen sich anschließend mit einem Schlauch kalt ab und springen erst danach ins kalte Becken. Nach der erfrischenden Abkühlung legen Sie am besten warm eingehüllt eine Ruhephase ein - und zwar mindestens 15 Minuten lang.

Denken Sie auch daran, Ihren Flüssigkeitsverlust mit kalorienarmen Getränken auszugleichen. Ideal sind mineralstoffreiche Wässer oder Saftschorlen, um auch die ausgeschwitzten Mineralstoffe zu ersetzen.

Der Saunaeffekt ist trainierbar: Je regelmäßiger die Saunabesuche stattfinden, desto stärker wird das Schwitzen. Und nicht nur im Winter lohnt sich das schweißtreibende Unterfangen: Richtig Abhärten können Sie Ihre Abwehrkräfte erst mit regelmäßigen Saunabesuchen, am besten ein halbes Jahr am Stück oder das ganze Jahr über.

Sauna: Wann ist sie tabu?

Nicht immer ist ein Saunabesuch empfehlenswert, in bestimmten Fällen muss sogar dringend davon abgeraten werden. Auf keinen Fall sollte man sich der Hitze aussetzen bei …

  • starken Infekten
  • Fieber
  • Herzkreislaufproblemen
  • Venenerkrankungen
  • Epilepsie
  • chronischen Erkrankungen
  • Bluthochdruck

Auch Diabetiker sollten vor einem Saunabesuch Rücksprache mit ihrem Arzt halten. In der Sauna weiten sich die Blutgefäße, wodurch sich die Wirkung des Insulins schneller entfaltet und es zur Unterzuckerung kommen kann. Auch bei Patienten mit Asthma, Hauterkrankungen oder einer Schilddrüsenüberfunktion ist Vorsicht geboten und es sollte im Vorfeld ärztlicher Rat eingeholt werd

Welche Sauna für wen?

Eine große Saunalandschaft bietet unzählige Möglichkeiten, seinen Kreislauf in Schwung zu bringen und anschließend richtig zu entspannen.

Blockhaussauna

Die im Freien stehende Blockhaussauna ist relativ heiß mit ca. 95 °C.

Dampfbad

Das Dampfbad hat eine relativ milde Temperatur zwischen 40 und 60 °C, bei einer Luftfeuchtigkeit von 50 %. Wer Kreislaufprobleme hat, für den ist das Dampfbad eine gute Alternative zu der meist trockenen, sehr heißen Saunaluft. Es hilft zum Beispiel auch bei Atemwegserkrankungen hartnäckige Verschleimungen zu lösen.

Finnische Sauna

Die finnische Sauna ist mit 85 und 88 °C relativ heiß und hat eine angenehme Luftfeuchtigkeit zwischen 10 und 30 %. Wer dazu Aufgüsse mit Menthol oder Eukalyptus macht, der wird sich über die wohltuende Auswirkung auf die Atemwege freuen.

Kräutersauna

Die Kräutersauna vereint relativ niedrige Temperaturen (60 °C) mit würzigen Kräuteraromen und ist gerade für Einsteiger eine gute Wahl.

Tepidarium

Wer sich bei wohligen 40 °C entspannen möchte, der ist im sogenannten Tepidarium richtig, das schon die alten Römer kannten. In diesem Wärmeraum sind Bänke und Liegen, aber auch Wände und Boden beheizt. Die milden Temperaturen fördern die Durchblutung, was zu dem gewünschten Entspannungseffekt führt.