Gesund braun werden - Tipps zum bräunen

Sonne und Licht wirken belebend. Im Sommer fühlen wir uns wacher und fitter. Ein gebräunter Teint lässt uns aktiv und gesund aussehen. Doch die wärmenden Strahlen haben auch ihre Schattenseiten. Sonnenbaden trocknet die Haut aus und macht früher Falten. Häufige Sonnenbrände erhöhen das Risiko für Hautkrebs. Deshalb sollte man die Sonne nur gut dosiert an seine Haut lassen. Dabei helfen chemische und mineralische Sonnenschutzmittel, Textilien und manchmal nur noch der Aufenthalt im Schatten.

Sonnenlicht stärkt die Laune und das Immunsystem

Wenn die Sonne scheint, steigt die Laune. Das Sonnenlicht beeinflusst unseren Schlaf-Wach-Rhythmus und regelt die Ausschüttung von Hormonen. Sonnenstrahlen stimulieren das Immunsystem. Zugleich kurbeln sie die Bildung von Vitaminen an. Mit ihrer Hilfe wird in der Haut aus Cholesterin Vitamin D gebildet.

Sonnenstrahlung mit Wärme, Licht und UV

Das Sonnenlicht setzt sich aus verschiedenen Strahlungen zusammen. Neben dem sichtbaren Licht spüren wir die wärmende Infrarot-Strahlung. Hinzu kommt die ultraviolette Strahlung, auch UV-Strahlung genannt. Sie macht zwar nur sechs Prozent der Sonneneinwirkung auf der Erde aus, verursacht jedoch die größten Schäden.

Langwellige UV-A-Strahlen bräunen die Haut kurzfristig und beschleunigen die Hautalterung. Allergische Reaktionen werden meistens durch UV-A ausgelöst. Kurzwellig und besonders energiereich sind die UV-B-Strahlen. Sie sorgen für anhaltende Bräune und bauen eine schützende Lichtschwiele auf. Sonnenbrände gehen auf das Konto der UV-B-Strahlen. Beide UV-Strahlungen können langfristig zum Entstehen von Hautkrebs beitragen.

Was passiert beim Sonnenbrand?

Sonnenbrand ist eine durch UV-Strahlung verursachte Hautentzündung. Dabei erweitern sich die Gefäße, die Haut wird sehr rot und teilweise auch geschwollen. Bei einem starken Sonnenbrand kann es sogar zu Bläschenbildung kommen. Die ersten Symptome treten meist 4 bis 8 Stunden nach dem Sonnenbaden auf. In tieferen Hautschichten greift starke UV-Strahlung das Kollagen an, wodurch die Elastizität der Haut nachlässt. Zudem bewirkt übermäßige UV-Strahlung Veränderungen in der Erbsubstanz.

Was bedeutet der Lichtschutzfaktor?

Der Lichtschutzfaktor (LSF) zeigt die Wirksamkeit eines Produktes in der Sonne. Als Basis für die LSF-Angabe dient der Eigenschutz der Haut, also die Zeit, die ungebräunte Haut der Sonne ausgesetzt werden kann, ohne dass ein Sonnenbrand entsteht. Mit Lichtschutzfaktor zehn kann man zehnmal länger in der Sonne bleiben als ohne Sonnencreme.

Der Lichtschutz wird durch chemische und mineralische Filtersubstanzen erreicht. Chemische Filter ziehen in die Haut ein und verwandeln dort UV-Strahlung in Wärmestrahlung. Mineralische Filter blocken auf der Haut die Sonnenstrahlen ab. Allergiker kommen mit mineralischen Filtern in der Regel besser zurecht. Der einzige Nachteil: Hochdosierte mineralische Pigmente bilden eine weiße Schicht auf der Haut.

Der Hauttyp ist entscheidend

Wichtig für den Sonnenschutz ist der Hauttyp. Menschen mit heller Haut benötigen einen hohen Lichtschutzfaktor, bei dunklerer Haut reicht ein niedrigerer Faktor. Hier eine Übersicht über die verschiedenen Hauttypen und den erforderlichen Lichtschutzfaktor.

Quelle: Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e.V. (IKW)          
Hauttyp 1 2 3 4 Kinder
Hautfarbe sehr hell, blass hell hellbraun braun sehr hell
Augenfarbe meist blau blau, grün, grau grau, braun dunkel alle Farben
Haarfarbe rötlich blond dunkelblond dunkel alle Farben
Sonnenbrand sofort schnell selten kaum sehr schnell
Eigenschutzzeit (in Minuten) 5 bis 10 10 bis 20 15 bis 25 20 bis 30 max. 10
Empfohlener Lichtschutzfaktor 30 bis 50+ 20 bis 50 15 bis 30 10 bis 15 30 oder höher

So cremen Sie richtig

Auch wenn Sie kaum zu Sonnenbrand neigen, sollten Sie immer Sonnencreme verwenden, um Ihre Haut vor dem frühzeitigen Altern zu schützen. Cremen Sie sich rechtzeitig vor dem Sonnenbaden ein. Dabei heißt die Devise: Viel hilft viel! Vergessen Sie auch das Nachcremen nicht. Die Schutzzeit der Haut verlängert sich dadurch allerdings nicht! Das Nachcremen ersetzt jedoch Sonnencreme, die durch Abrieb, Schwitzen oder Schwimmen verloren gegangen ist. Auch wasserfeste Cremes sind nach einer halben Stunde Baden nur noch eingeschränkt wirksam. Da Sonnencremes sich mit der Zeit zersetzen, sollten Sie die Präparate möglichst kühl lagern und jedes Jahr neue kaufen.

Tipps für den Umgang mit der Sonne

Auch ein hoher Lichtschutzfaktor schützt nicht vollständig vor UV-Strahlen. Kleidung hält je nach Beschaffenheit 80 bis 100% der Strahlung ab. Achten Sie auf eine Kopfbedeckung sowie auf einen Schutz für die Augen. Setzen Sie sich möglichst nicht in die pralle Sonne, sondern suchen Sie Schatten. Dies gilt insbesondere für die Mittagszeit, in der die UV-Strahlung am stärksten ist. Aber auch in den ersten Urlaubstagen sollten Sie sich eher im Schatten aufhalten. Reichlich trinken ersetzt den hohen Flüssigkeitsverlust.

Bei Babys und Kleinkindern ist ein Schutz vor Sonne besonders wichtig. Da sie nicht ausreichend Schwitzen können, empfiehlt sich ein schattiges Plätzchen zum Spielen. Die Kleinen sollten immer schützende Kleidung tragen und mit einem hohen Lichtschutzfaktor (mindestens 25) eingecremt sein.

Schöne Haut - perfekt gepflegt

Die Haut ist unser „Aushängeschild“. Das flächige Organ schützt den Körper, ermöglicht aber auch Kontakt und Austausch mit der Umwelt. Nicht zuletzt präsentieren wir uns mit dieser sensiblen Hülle in der Öffentlichkeit. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns in unserer Haut wohl fühlen.

Regelmäßige Reinigung und sorgfältige Pflege helfen, die Haut gesund zu halten. Auch genügend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und Bewegung an der frischen Luft tragen zu einem schönen Hautbild bei.

Zwei Quadratmeter Barriere mit Gefühl

Die Haut ist nach dem Darm unser größtes Organ: mit einer Fläche von zwei Quadratmetern und einem Gewicht von zehn bis zwölf Kilogramm. Sie bildet eine wichtige Barriere zur Umwelt. Der Säureschutzmantel aus Talg, Schweiß und Bakterien hält die Haut geschmeidig und verhindert das Eindringen von Krankheitserregern. Bei einem pH-Wert zwischen 4 und 6 funktioniert die Barriere optimal.

Auf jedem Quadratzentimeter der Haut befinden sich durchschnittlich 5000 Sinneszellen. Sie spüren, ob es kalt oder warm ist, empfinden Druck und Schmerzen, aber auch Streicheleinheiten. Sogar Gerüche soll die Haut wahrnehmen können. Zudem produzieren Talgdrüsen in der Haut schützende Fette, und Schweißdrüsen sorgen für Kühlung.

Hautreinigung: schonend und nicht zu viel

Die Haut sollte regelmäßig gereinigt werden, um Staub, Schmutz und eventuell Kosmetikreste zu entfernen. Allerdings entzieht das Waschen der Haut Fett und Feuchtigkeit. Klassische Seife stört den Säureschutzmantel. Sie erhöht den pH-Wert kurzzeitig auf Werte von 9 bis 12. Normalerweise gleicht die Haut den Säurewert jedoch schnell wieder aus.

Wer empfindliche Haut oder Hautprobleme hat, verwendet statt Seife besser eine milde Reinigungsmilch oder ein Waschsyndet. Diese beeinflussen den pH-Wert kaum. Wichtig zudem: Nicht zu heiß, nicht zu ausgiebig und nicht zu häufig waschen. Das Gesicht sollte nur morgens und abends mit lauwarmem Wasser gereinigt werden.

Pflege: Kosmetika für jeden Hauttyp

Kosmetika zur Hautpflege sollen helfen, den Schutzfilm der Haut zu erhalten oder gar zu verbessern. Sie spenden der Haut Feuchtigkeit und Fett sowie Schutz- und Nährstoffe. Was die Haut benötigt, hängt stark vom Hauttyp ab.

Fettige Haut ist mit einer leichten Feuchtigkeitscreme ausreichend versorgt. Ideal sind leicht mattierende Cremes. Antibakterielle Inhaltsstoffe beugen Entzündungen vor. Besonders ölige Hautpartien können mit einem leicht alkoholhaltigen Gesichtswasser behandelt werden, das die Poren zusammenzieht und die Talgproduktion bremst. Ein- bis zweimal pro Woche empfiehlt sich ein Peeling, welches alte Hautschuppen entfernt und fettige Haut wieder strahlender und frischer aussehen lässt.

Trockene Haut benötigt neben Feuchtigkeit auch Fett. Eine eher feuchtigkeitsbetonte Tagescreme kann beispielsweise durch eine fettreichere Nachtcreme ergänzt werden. Da trockene Haut schneller altert, sind Anti-Aging-Zusätze sinnvoll. Das Risiko für Hautirritationen und allergische Reaktionen ist bei trockener Haut besonders groß. Deshalb Vorsicht mit Parfüm- und Reizstoffen. Eine gehaltvolle Maske beruhigt die Haut und versorgt sie mit Fett und Feuchtigkeit.

Mischhaut muss an den fettigen und trockenen Partien unterschiedlich behandelt werden. Grundlage der Pflege kann eine leichte Feuchtigkeitscreme sein. Nur die trockenen Bereiche erhalten zusätzlich eine fetthaltige Nachtcreme. Die besonders fettigen Partien dagegen können bei Bedarf mit einem leicht alkoholhaltigen Gesichtswasser abgetupft werden.

Hautgesunde Ernährung und viel trinken

Unsere Nahrung versorgt die Haut mit den erforderlichen Nährstoffen. Um die Hautzellen ständig zu erneuern, benötigt der Körper vor allem Eiweiß und ungesättigte Fettsäuren. B-Vitamine helfen beim Zellaufbau und erhalten die Feuchtigkeit. Die Vitamine A und C tragen ebenfalls zur Bildung neuer Zellen bei. Zugleich wirken sie gemeinsam mit Vitamin E und Selen als Antioxidantien, die zellschädigende freie Radikale abfangen. Kupfer ist erforderlich, um die Hautfasern Kollagen und Elastin zu produzieren.

Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Gemüse, Vollgetreide, Milchprodukten, Fisch und Fleisch sowie pflanzlichen Ölen liefert in der Regel alle nötigen Bausteine für schöne Haut. Wer mindestens 1,5 Liter pro Tag trinkt, sorgt damit auch für eine pralle und frische Haut.

Schlaf und Bewegung für die Schönheit

Unsere Lebensgewohnheiten zeichnen die Haut. Stress führt zu Irritationen und steigert die Talgproduktion, wodurch Mitesser und Pickel entstehen. Alkohol und Nikotin verschlechtern die Versorgung der Haut. Bewegung an der frischen Luft fördert dagegen die Durchblutung und lässt die Haut strahlen. Zu viel Sonne trocknet die Haut jedoch aus. Also immer auf ausreichend UV-Schutz im Freien achten. Nicht zu unterschätzen ist die Wirkung von genügend Schlaf. Denn nachts werden die Hautzellen acht mal so schnell erneuert wie am Tag.

Kleines Haut- und Wasch-Lexikon

Säureschutzmantel: Unsere Haut bedeckt ein dünner Film aus Fetten, Schweiß, Stoffwechselprodukten und Bakterien. Die Bakterien trainieren das Immunsystem. Zugleich sorgt die gesunde Bakterienflora dafür, dass schädliche Bakterien sich nicht vermehren können. Durch den leicht sauren Schweiß liegt der pH-Wert des Schutzfilms normalerweise zwischen 4 und 6.

pH-Wert: Der pH-Wert gibt an, ob eine wässrige Lösung sauer oder basisch (alkalisch) ist. Grundlage ist die Konzentration an Wasserstoff-Ionen. Je mehr Wasserstoff-Ionen vorhanden sind, desto niedriger liegt der pH-Wert. Ein pH-Wert unter 7 kennzeichnet eine eher saure Lösung. Oberhalb von 7 beginnt der basische Bereich.

Seife: Die Basis für Seifen bilden Fette oder Öle. Ihre Verseifung erfolgt durch Kochen mit Laugen (Basen). Der pH-Wert von Seife liegt im basischen Bereich ungefähr bei 10.

Waschsyndet: Syndet steht für synthetische Detergenzien. Dabei handelt es sich um spezielle waschaktive Substanzen mit einem pH-Wert von 5. Dies entspricht in etwa dem natürlichen pH-Wert der Haut.