Richtig Trinken ist gesund!

Durst

Wenn wir Durst haben, ist der Fall klar: Wir müssen etwas trinken. Aber sollte man auch regelmäßig etwas trinken, wenn man keinen Durst verspürt? Und woher wissen wir dann, wie viel Flüssigkeit wir brauchen? Oft werden ein bis eineinhalb Liter pro Tag empfohlen, doch manchmal liest man auch von 3 Litern oder mehr. Was ist richtig? Kann es schaden, viel zu trinken? Wir erklären hier, wie viel Flüssigkeit wir brauchen, welche Mengen zu viel wären und worauf man achten sollte.

Flüssigkeitsbedarf: Wie viel brauchen wir?

Unser Körper ist auf Wasser angewiesen: Der Körper eines erwachsenen Menschen besteht zur Hälfte, der eines Säuglings sogar zu 70 % aus Wasser. Zudem funktioniert unser Stoffwechsel nur, wenn ausreichend Wasser vorhanden ist. Deshalb müssen Wasserverluste unbedingt ausgeglichen werden. Das heißt, wir müssen so viel Flüssigkeit aufnehmen, wie über den Schweiß, den Atem, den Urin und den Stuhl verloren geht. Diese Verluste betragen normalerweise etwa 2,5 Liter am Tag. Über feste Nahrung nehmen wir etwa 1 Liter Flüssigkeit auf. Bleiben also etwa 1,5 Liter, die wir trinken müssen.

Durchschnittliche Verluste und Aufnahme pro Tag

Wasserverlust über Urin, Stuhl, Haut, Lunge: ca. 2,5 l

Wasseraufnahme: 1 l Wasser aus Nahrung + 1,5 l Wasser aus Getränken = 2,5 l

Trinkmenge bei Hitze, Anstrengung und Diäten anpassen

Bei Hitze, trockener Luft oder schweißtreibenden Tätigkeiten verlieren wir natürlich mehr Flüssigkeit und müssen entsprechend mehr auffüllen. Auch während der Stillzeit oder bei Erkrankungen ist der Flüssigkeitsbedarf höher. Und wer aufgrund einer Diät oder Fastenkur weniger isst, muss die fehlende Flüssigkeit aus der Nahrung durch Getränke ersetzen.

Wann entsteht Durst?

Verliert ein Erwachsener mit 70 kg Körpergewicht nur 2 % seines Körpergewichtes an Wasser, also etwa 1,5 Liter, machen sich bereits erste Leistungseinbußen bemerkbar. Bei 5 % Verlusten wird der Kreislauf beeinträchtigt, bei 10 % kommt es zu Verwirrtheit, bei 15 % zum Tod. Um vor schwerwiegenden Folgen eines Wasserverlustes zu warnen, sendet der Körper Durst als Warnsignal. Ein erstes Durstgefühl tritt normalerweise bei Verlusten von 1 % des Körpergewichts (etwa, 0,8 Liter) auf.

Auf den Durst warten?

Durst ist ein sinnvolles Frühwarnsystem des Körpers. Wer Durst verspürt, sollte spätestens jetzt etwas trinken. Sich nur am Durst zu orientieren, reicht jedoch nicht immer aus. Bei Stress oder auch bei sportlichen Aktivitäten wird der Durst oft nicht oder zu spät wahrgenommen. Auch im Alltag geht er oft unter oder wird gar mit Hunger verwechselt. Manche Menschen haben sich das Trinken regelrecht abgewöhnt und verspüren kaum Durst. Und im Alter lässt das Durstempfinden ohnehin nach.

Regelmäßig trinken ist sicherer

Wer regelmäßig etwas trinkt, ist auf der sicheren Seite. So werden schon kleine Wasserverluste ausgeglichen und der Körper ist stets optimal versorgt. Zudem kann der Körper kleinere Flüssigkeitsmengen besser verarbeiten und scheidet nicht so viel wieder aus. Grob orientieren kann man sich an der empfohlenen Trinkmenge von 1,5 Litern plus eventuelle Verluste durch starkes Schwitzen oder in speziellen Situationen. Ein guter Anhaltspunkt ist aber auch die Farbe des Urins. Ist er dunkel gefärbt, wurde zu wenig getrunken.

Ist „zu viel“ trinken schädlich?

Wer viel trinkt, kann eigentlich kaum etwas falsch machen. In einer Stunde können unsere Nieren bis zu 6 Liter aufgenommene Flüssigkeit verarbeiten. Am gesamten Tag schaffen sie bis zu 10 Liter. Mehr wird kaum jemand trinken mögen. Entscheidend ist allerdings, dass der Mineralhaushalt des Körpers ausgeglichen bleibt. Wer viel trinkt, sollte daher auf den Mineralstoffgehalt des Getränks achten: Es sollte etwa die gleiche Mineralstoffkonzentration aufweisen wie unser Körperwasser. Das ist bei sogenannten isotonen Getränken der Fall. Dazu zählen mineralstoffreiche Wässer sowie Apfelsaftschorle und andere Saftschorlen.