Pestizide in Obst und Gemüse – ein Grund zur Sorge?

Um Pflanzen vor Krankheiten oder Schädlingen zu schützen, werden sie – soweit nötig – mit Pflanzenschutzmitteln bzw. Pestiziden behandelt. Reste davon können als Rückstände auf Obst oder Gemüse verbleiben. Dies geschieht insbesondere dann, wenn die Mittel kurz vor oder nach der Ernte eingesetzt werden oder die Wirkstoffe sich nur langsam abbauen. Konsumenten sind dadurch verunsichert. Bei einer europaweiten Befragung gaben 75 % der Deutschen an, ihre größte Sorge in Bezug auf Lebensmittel seien Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Doch wie häufig sind solche Rückstände nachweisbar und wie problematisch sind sie?

Immer weniger Rückstände

Entgegen der allgemeinen Meinung hat sich die Rückstandssituation in den letzten Jahren stetig verbessert. Höchstmengen-Überschreitungen sind seltene Ausnahmen geworden. Gemäß dem im Jahre 2010 veröffentlichten Jahresbericht der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gab es bei 96,5 % der deutschen Obst- und Gemüseproben keinen Grund zur Beanstandung. Nur bei 1,9 % der Proben wurden Höchstmengen überschritten. Gleichzeitig waren 62,1 % der Proben komplett rückstandsfrei.

Qualitätssicherung und integrierter Anbau

Grund für die positiven Ergebnisse sind die verbesserte landwirtschaftliche Praxis und die Bemühungen in der Qualitätssicherung von Industrie und Handel. In Deutschland wird ein sogenannter integrierter Anbau betrieben, d. h. Pflanzenschutz- und Düngemittel werden nur „so viel wie nötig aber so wenig wie möglich“ eingesetzt. Im Mittelpunkt steht der schonende Umgang mit der Umwelt und den Lebensmitteln. Zudem sorgen stetige Kontrollen für die notwendige Lebensmittelsicherheit und gesundheitliche Unbedenklichkeit der Produkte.

Gesundheitsgefährdung durch Rückstände?

Verbraucher nehmen die Risiken verzerrt wahr, meint das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Denn ein unhygienischer Umgang mit Lebensmitteln birgt viel größere Gefahren für die Gesundheit als die meist geringen Mengen an Rückständen. Während Keime und Bakterien vielfach zu Erkrankungen oder sogar zum Tode geführt haben, gibt es keinen einzigen dokumentierten Fall, in dem Verbraucher durch Pflanzenschutzmittel-Rückstände einen gesundheitlichen Schaden davongetragen haben. Selbst die Überschreitung zulässiger Höchstgehalte bedeutet nicht zwingend eine gesundheitliche Gefährdung für den Verbraucher.

Wie werden Pflanzenschutzmittel zugelassen?

Bevor Pflanzenschutzmittel zugelassen werden, werden sie in einem aufwendigen Zulassungsverfahren auf mögliche toxikologische Effekte geprüft. Die Rückstände in Lebensmitteln müssen so gering sein, dass sie weder bei lebenslanger täglicher Aufnahme geringer Mengen, noch bei einem einmaligen Verzehr einer großen Menge die Gesundheit schädigen.

In Studien werden zwei wichtige Grenzwerte ermittelt: der ADI (Acceptable Daily Intake) und der ARdD (akute Referenzdosis). Der ADI-Wert gibt die Menge eines Stoffes an, die ein Mensch ein Leben lang täglich aufnehmen kann, ohne dass die Gesundheit gefährdet wird. Eine kurzzeitige Überschreitung des ADI-Wertes ist übrigens nicht gefährlich.

Als Akute Referenzdosis (ARfD) wird die Menge bezeichnet, die ein Mensch innerhalb eines Tages über die Nahrung aufnehmen kann, ohne dass ein erkennbares Gesundheitsrisiko besteht.

Wenn die Überprüfung ergibt, dass beide toxikologischen Grenzwerte (ADI, ARfD) nicht überschritten werden, ist ein Risiko für Verbraucher und Anwender ausgeschlossen. Nur dann erhält ein Pflanzenschutzmittel die Zulassung.

Sind Rückstände von Pflanzenschutzmitteln erlaubt?

Die meisten Verbraucher gehen davon aus, dass in Lebensmitteln keinerlei Rückstände von Pflanzenschutzmitteln enthalten sein dürfen. Doch Rückstände lassen sich nicht immer hundertprozentig vermeiden. Deshalb werden Rückstände toleriert, sofern sie unterhalb der gesetzlich erlaubten Höchstmengen liegen. Diese wiederum werden so angesetzt, dass bei Ihrer Einhaltung kein Schaden angerichtet werden kann, die Produkte also sicher und gesundheitlich undenklich sind.

Als Rückstandshöchstgehalte bezeichnet man die maximal zulässigen Mengen eines Pflanzenschutzmittel-Rückstandes. Die Höchstgehalte werden grundsätzlich so niedrig angesetzt, dass keine gesundheitliche Gefährdung für die Verbraucher entsteht. Geregelt sind die Rückstands-Höchstgehalte für alle EU-Staaten in der Rückstands-Höchstmengenverordnung.

Wie wird die Einhaltung der Grenzwerte überwacht?

Lebensmittelindustrie und -handel sind dazu verpflichtet, die Einhaltung der Rückstandshöchstgehalte zu garantieren. Zu diesem Zweck werden zahlreiche interne und externe Qualitätskontrollen durchgeführt. Zudem überprüft die amtliche Lebensmittelüberwachung mit umfangreichen Überwachungsprogrammen, ob die Unternehmen ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen.

Besteht ein höheres Risiko durch Mehrfachrückstände?

Moderne Pflanzenschutzmittel wirken gezielt gegen bestimmte Schädlinge. Daher ist es manchmal notwendig, unterschiedliche Pflanzenschutzmittel einzusetzen. Zudem muss hin und wieder zwischen den Wirkstoffen gewechselt werden, damit bei den Schädlingen keine Resistenzen entstehen. Mehrfachrückstände sind also die Folge einer bedarfsorientierten Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und nicht vermeidbar. Sie bedeuten kein erhöhtes gesundheitliches Risiko, sofern die zulässigen Höchstgehalte der einzelnen Wirkstoffe nicht überschritten werden.

Fazit: optimale Sicherheit

Die in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel unterliegen strengen Prüfungen und werden in aufwendigen Verfahren auf ihre Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hin geprüft. Die definierten Höchstmengen werden nach internationalen, wissenschaftlich belegten Grundsätzen festgelegt und garantieren den Verbrauchern optimale Sicherheit. Zudem finden sich in der Praxis immer weniger Rückstände.

Engagement von real,-
Unabhängige Labore überprüfen regelmäßig, ob die an real,- gelieferten Obst- und Gemüseprodukte die gesetzlichen und internen Anforderungen erfüllen. Dafür arbeitet real,- mit rund 15 externen Laboren zusammen, die die Produkte mehrmals pro Jahr untersuchen. Diese Eigeninitiative im Verbund mit der staatlichen Lebensmittelüberwachung gewährleistet außerordentlich hohe Standards bei der Lebensmittelsicherheit und beim Schutz gegen einen willkürlichen Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln im Obst- und Gemüseanbau. So können Sie unsere Produkte mit Sicherheit genießen.