Gesunde Säfte - was steckt drin?

Die Deutschen sind Weltmeister im Safttrinken. Ihr Pro-Kopf-Verbrauch an Fruchtsäften und -nektaren ist der höchste auf der ganzen Welt: rund 37 Liter trinkt jeder Deutsche im Jahr. Am liebsten mögen die Deutschen Apfelsaft, gefolgt von Orangensaft und Multivitaminsaft. Der Verbrauch ist in den letzten 60 Jahren deutlich gestiegen. 1950 haben die Deutschen gerade mal zwei Liter Saft pro Jahr getrunken. Die Beliebtheit resultiert nicht zuletzt aus dem großen Angebot. Die Saft-Regale im Supermarkt bieten eine unüberschaubare Vielfalt verschiedener Sorten. Neben Direktsäften finden sich Fruchtsäfte, Nektare, Fruchtsaftgetränke und Smoothies. Da fällt es nicht leicht, den Überblick zu behalten. Lesen sie hier, was in den Flaschen steckt!

Wie viel Frucht ist drin?

Auf dem Flaschenetikett ist zu lesen „Fruchtsaft“, „Fruchtnektar“ oder „Fruchtsaftgetränk“ – doch was sagt das aus? Geregelt sind die unterschiedlichen Begriffe in der Fruchtsaftverordnung. Die Unterschiede liegen vor allem im Fruchtgehalt und im erlaubten Zuckerzusatz. Die genaue Zusammensetzung ist auch auf dem Etikett zu finden.

Fruchtsaft

Fruchtsaft besitzt immer einen Fruchtsaftanteil von 100 Prozent – egal ob er als Direktsaft oder als Saft aus Fruchtsaftkonzentrat in den Handel kommt.

Die Aufschrift Direktsaft kennzeichnet einen unbehandelten, direkt aus der Frucht gepressten Saft. Durch eine kurze, schonende Hitzbehandlung wird eine gewisse Haltbarkeit erreicht. Dabei bleiben fast alle Vitamine und Mineralstoffe erhalten. Kühlpflichtige Direktsäfte werden bei ca. 70 °C pasteurisiert und sind nur kurze Zeit haltbar. Direktsäfte, die nicht im Kühlregal stehen, werden etwas höher erhitzt und sind dadurch länger haltbar. Direktsäfte sind nicht nur gesund, sondern auch besonders lecker, da die schonende Behandlung die Farbe und den Geschmack der gepressten Früchte besonders gut bewahrt.

Säfte, die nicht direkt nach dem Pressen abgefüllt werden, erkennt man an dem Zusatz „aus Fruchtsaftkonzentrat“. Hier werden die Früchte im Herkunftsland ausgepresst und anschließend in Saft, Fruchtfleisch und natürliche Aromastoffe getrennt. Durch das Entziehen des fruchteigenen Wassers entsteht ein Saftkonzentrat. Das verringert die Transport- und Lagerkosten. Nach dem Transport werden Wasser, Fruchtfleisch und Aromen wieder zugegeben, so dass ein Saft mit gleichem Fruchtanteil entsteht. Durch die anschließende Pasteurisation sind die Fruchtsäfte etwa 12-18 Monate haltbar. Auch hier bleibt ein Großteil der Vitamine und Mineralstoffe erhalten, doch gewisse Aroma- und Geschmackseinbußen durch die Verarbeitung lassen sich nicht gänzlich vermeiden.

Fruchtnektar

Wer versucht, Bananen auszupressen, der wird bald feststellen, dass nicht aus jeder Frucht ein hundertprozentiger Saft hergestellt werden kann. Manche Früchte sind einfach zu dickflüssig oder zu sauer. Hierzu gehören beispielsweise auch Aprikosen, Mangos oder Johannisbeeren. Aus diesen Früchten werden Nektare gemacht. Je nach Obstsorte ist ein Mindest-Fruchtanteil von 25 bis 50 Prozent vorgeschrieben. Um eine geringere Fruchtsüße auszugleichen, dürfen dem Nektar bis zu 20 Prozent Zucker zugesetzt werden. Farb- oder Konservierungsstoffe sind dagegen nicht erlaubt.

Fruchtsaftgetränke

In Fruchtsaftgetränken steckt erheblich weniger Frucht: zwischen 6 und 30 Prozent. Den Rest machen Wasser, Zucker und natürliche Fruchtaromen aus. Fruchtsaftgetränke enthalten weniger Vitamine und Mineralstoffe, dafür aber relativ viel Zucker. Sie zählen eher zu den Erfrischungsgetränken wie süße Limonaden und sollten nicht unbedingt täglich auf den Speiseplan stehen.

Smoothies

In der Zusammensetzung ähneln Smoothies den Fruchtsäften. Rechtlich gesehen fallen sie jedoch nicht unter die Fruchtsaftverordnung. Bei Smoothies wird das gesamte Fruchtfleisch der Früchte püriert. So gehen kaum wertvolle Inhaltsstoffe verloren. Der gesunde Fruchtcocktail ist reich an Vitaminen, Ballaststoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen. Durch das Pürieren erhalten Smoothies eine schaumig-sämige Konsistenz. Sie müssen gekühlt werden und sind nur einige Tage haltbar.

Wertvolle Inhaltsstoffe

Viele Fruchtsäfte sind besonders reich an Vitamin C. Ideal um im Winter Erkältungen vorzubeugen, denn das Vitamin fördert unsere körpereigene Infektabwehr. Neben weiteren Vitaminen enthalten Säfte auch viel Kalium das wichtig ist für die Funktion von Muskel- und Nervenzellen, sowie für die Herztätigkeit. Beispielsweise liefert Traubensaft rund 160 mg Kalium pro 100 ml. Ähnlich hoch ist der Kaliumgehalt von Orangen-, Grapefruit- und Ananassaft. So tragen Fruchtsäfte einen guten Teil zum Kaliumbedarf von 2.000 mg pro Tag bei. Fruchtsäfte liefern darüber hinaus viele [LINK]sekundäre Pflanzenstoffe[/LINK], beispielsweise Polyphenole oder Carotinoide. Je reifer die verarbeiteten Früchte sind, desto mehr wertvolle Inhaltsstoffe enthalten auch die Fruchtsäfte.

Gesund aber kalorienreich

Wer zu Fruchtsäften oder Smoothies greift, tut seinem Körper etwas Gutes. Mit ihrer hohen Nährstoffdichte, dem hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen sind sie absolut empfehlenswerte Lebensmittel. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 180 bis 200 ml pro Tag. Ein Glas purer Saft kann sogar eine Portion Obst ersetzen, was gerade im Winter oder unterwegs besonders praktisch ist.

Allerdings enthalten Fruchtsäfte zwischen 10 und 15 Gramm fruchteigenen Zucker und einige Kalorien. Deshalb sollten Fruchtsäfte zum Durstlöschen verdünnt werden. Gemischt mit Wasser im Verhältnis 1:2 oder 1:3 entstehen aus Säften gesunde und zugleich erfrischend-prickelnde Fruchtschorlen.

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