Was tun gegen Sodbrennen und wie vorbeugen?

Viele Menschen kennen den dumpfen Druck hinter dem Brustbein und das Brennen, das bis in den Hals klettert. Nach Schätzungen leiden knapp ein Drittel der Deutschen unter säurebedingten Problemen in Magen und Speiseröhre. Etwa sieben Prozent haben gar täglich mit Sodbrennen zu tun. Gelegentliches Sodbrennen ist jedoch nicht dramatisch. Wir sagen Ihnen, wie Sodbrennen entsteht und wie man es vermeiden kann. Zudem verraten wir einfache Hausmittel, die das Brennen stoppen.

Ursachen: Wie entsteht Sodbrennen?

Grund für das Brennen ist Säure, die vom Magen in die Speiseröhre gelangt. Im Magen wird Säure benötigt, um unser Essen zu zersetzen. Der Magen selbst ist durch eine besonders säurestabile Schleimhaut geschützt. Normalerweise sorgt ein Schließmuskel am Mageneingang dafür, dass nichts Saures den Magen nach oben verlässt. Ist der Schließmuskel jedoch geschwächt, kommt es zum so genannten Reflux. Saurer Mageninhalt fließt in die Speiseröhre zurück und greift die empfindliche Schleimhaut dort an.

Auf Dauer kann zu viel Säure zur Entzündung der Speiseröhre führen. Auch Zähne und Zahnfleisch werden durch häufige Säurebelastung in Mitleidenschaft gezogen.

Symptome: Woran man Sodbrennen erkennt

Typisches Zeichen für Sodbrennen ist das charakteristische brennende Gefühl in Brust und Hals. Beim sauren Aufstoßen gelangt saurer Mageninhalt bis in den Mund. Manchmal macht sich Sodbrennen aber auch nur durch einen dumpfen Druck hinter dem Brustbein bemerkbar. Die Symptome treten vor allem einige Stunden nach dem Essen und nachts auf. Im Liegen oder beim Bücken verstärken sich die Beschwerden. Auch Schluckstörungen, morgendliche Heiserkeit sowie chronischer Husten, Bronchitis oder Asthma können Anzeichen von Säureproblemen sein.

Sodbrennen durch falsche Ernährung

Manche Speisen können Sodbrennen auslösen oder verstärken, indem sie die Ausschüttung von Magensäure erhöhen oder den Schließmuskel am Mageneingang schwächen. Dies gilt vor allem für fettreiches Essen und Süßes. Insbesondere Schokolade bereitet häufig Probleme. Stark gewürzte oder scharf gebratene Speisen reizen den Magen ebenso wie Zitrusfrüchte oder Säfte. Auch auf Genussmittel wie Alkohol, Kaffee oder Rauchen reagiert der Magen „sauer“. Alkohol, Nikotin und Schokolade lassen den Schließmuskel erschlaffen und hemmen die Pumpbewegungen der Speiseröhre.

Übergewicht und Schwangerschaft erhöhen den Druck

Übergewichtige neigen verstärkt zu Sodbrennen, da die zusätzlichen Kilos auf den Magen drücken. Zudem tritt Sodbrennen bei Schwangeren häufig auf, da der wachsende Fötus immer mehr Platz einnimmt und dabei den Magen einengt. Zugleich geben Bänder und Muskulatur während der Schwangerschaft nach, wovon auch der Schließmuskel am Mageneingang betroffen ist. Nach der Geburt verschwindet die Neigung zu Sodbrennen jedoch in der Regel wieder.

Stress: Immer mit der Ruhe

Stress schlägt vielen Menschen buchstäblich auf den Magen. Der wiederum reagiert sauer und produziert verstärkt Magensäure. Um Sodbrennen zu vermeiden, sollte man immer mal wieder Pausen einlegen und für Entspannung sorgen. Auch beim Essen ist Ruhe angesagt. Wer seine Mahlzeiten nebenbei herunterschlingt, bekommt bald die brennende Quittung. Nehmen Sie sich Zeit, Ihr Essen zu genießen und kauen Sie gründlich. Fünf kleine Mahlzeiten belasten die Verdauung weniger als zwei bis drei üppige Portionen.

Gut schlafen: Kopf hoch und früh essen

Nachts und im Liegen macht sich die Säure oft besonders unangenehm bemerkbar. Für einen ungestörten Schlaf empfiehlt es sich, zwei bis drei Stunden vor dem Zubettgehen nichts mehr zu essen. Wer den Oberkörper beim Schlafen hoch lagert, erschwert das Zurückfließen des sauren Mageninhalts.

Bei gelegentlichem Sodbrennen helfen die Tipps und Tricks im Infokasten. Tritt das Sodbrennen jedoch häufiger auf, sollten die Ursachen von einem Arzt abgeklärt und bei Bedarf behandelt werden.

Tipps und Tricks gegen Sodbrennen

  • Essen Sie in Ruhe und kauen Sie gründlich.
  • Fünf kleine Mahlzeiten am Tag sind bekömmlicher als wenige große Portionen.
  • Schränken Sie fettreiche Speisen und Süßes (insbesondere Schokolade) ein. Auch stark Gewürztes oder Gebratenes sowie Zitrusfrüchte und Säfte können Sodbrennen auslösen.
  • Meiden Sie Genussmittel wie Alkohol, Kaffee und Zigaretten.
  • Essen Sie nicht zu spät vor dem Schlafengehen und lagern Sie den Oberkörper nachts hoch.
  • Reduzieren Sie Übergewicht.
  • Sorgen Sie für ausreichend Entspannung.

Das hilft gegen akutes Brennen:

  • Essen Sie trockenes Brot, Zwieback oder Haferflocken (gut kauen!).
  • Knabbern Sie Mandeln oder Haselnüsse.
  • Auch ein Glas Milch bindet die Säure.
  • Trinken Sie Wasser mit viel Hydrogencarbonat (als HCO3 auf dem Etikett ausgewiesen). Das basisch wirkende Wasser neutralisiert die Säure.
  • Viel Trinken verdünnt die Säure. Zwei Liter pro Tag wären ideal. Geeignet sind Kamillentee, Kräutertees, stille Wässer oder stark verdünnte säurearme Säfte.
  • Kaugummi kauen erhöht die Speichelproduktion und verdünnt dadurch die Säure.