Verdauungsprobleme - was tun?

Schon während der Adventszeit locken Stollen und Lebkuchen, Nougat und Marzipan. Und über die Festtage wird meist üppig aufgetischt. Da fällt es manchmal nicht leicht, Maß zu halten. Isst man jedoch zu viel und zu fett, beschert der Genuss schon bald Verdruss: Es drückt und zwickt heftig im Bauch. Kommen dann noch Stress und zu wenig Bewegung dazu, macht der Darm nicht selten schlapp. Was kann man tun, um das zu vermeiden, und was hilft im Notfall?

Leichter und feiner essen

Am besten ist natürlich, man lässt es gar nicht erst so weit kommen, dass Magen und Darm unter der Last des Essens in die Knie gehen. Probieren Sie doch mal ein etwas leichteres Weihnachtsmenü. Es muss ja nicht immer Gans oder Ente sein. Wie wäre es mit Hähnchenbrust oder Fisch? Statt fettreicher Saucen geben fruchtig-würzige Chutneys dem Weihnachtsessen eine besondere Note. Und Gemüse statt Pommes oder Kroketten liefert verdauungsfördernde Ballaststoffe. Eine klare Consommé schmeckt oft feiner als sahnige Suppen. Und zum Dessert bieten Sorbets und Früchte leichte Alternativen.

Gut kauen und bewusst genießen

Auch wer es lieber üppig mag, muss nicht komplett verzichten. Der Trick: Essen Sie langsam und bewusst. Denn nicht die Menge sorgt für den Genuss, sondern der Geschmack. Weniger ist also mehr. Genießen Sie jeden Bissen mit allen Sinnen. Wer sich Zeit lässt, gut und gründlich kaut, erlebt nicht nur den vollen Geschmack, sondern sorgt auch dafür, dass die Leckerbissen gut verdaut werden und später keine Probleme bereiten.

Hilfe im Notfall: das Richtige trinken

Was tun, wenn der Bauch drückt und der Darm streikt? Bitte keinen „Verdauungsschnaps“ trinken. Entgegen der landläufigen Meinung belastet Alkohol den Stoffwechsel und hemmt die Verdauung. Besser hilft ein Kräutertee mit verdauungsfördernden Kräutern wie Fenchel oder Anis. Die Wärme des Tees entspannt den Bauch zusätzlich. Ein heißer Tee aus frischem Ingwer kann Übelkeit bekämpfen.

Überhaupt empfiehlt es sich, über den Tag verteilt ausreichend zu trinken, damit im Darm alles glatt läuft. Wer unter Sodbrennen oder saurem Aufstoßen leidet, kann mit Wasser, das viel Hydrogencarbonat enthält gegensteuern. Um die Produktion von Verdauungssäften anzuregen und einen trägen Darm in Schwung zu bringen, kann man Wasser mit viel Sulfat trinken. Auch Bitterstoffe aus Artischocken oder Wermut kurbeln die Verdauung an.

Mehr zum Thema Sodbrennen erfahren Sie im Beitrag „Was hilft gegen das Feuer im Hals?“.

Bewegung bringt den Darm in Schwung

Bei Völlegefühl und trägem Darm hilft oft ein ganz simples Mittel: Bewegung. Auch wenn es schwer fällt: Gehen Sie eine Runde spazieren. Hinterher fühlt man sich leichter und frischer. Wer partout nicht vor die Tür gehen mag, kann es mit etwas Gymnastik zu Hause versuchen. Zum Beispiel auf den Rücken legen und die Beine sanft anziehen oder mit den Beinen in der Luft „Fahrrad fahren.“

Ballaststoffe erleichtern das Geschäft

Auch in unseren alltäglichen Lebensmitteln stecken einige Helfer für eine gute und geregelte Verdauung. Achten Sie darauf, regelmäßig Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte zu essen. Die darin enthaltenen Ballaststoffe quellen im Darm auf und machen den Stuhl weicher. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie dazu ausreichend Flüssigkeit trinken. Wenn der Darm träge ist, können insbesondere Trockenfrüchte und Flohsamen mit reichlich Wasser den Darm wieder auf Trab bringen.

Sauermilchprodukte und Probiotika helfen dem Darm

Zu unserer Verdauung tragen Mikroorganismen einen entscheidenden Teil bei. Eine gesunde Bakterienflora im Darm kann Blähungen vermeiden und die Verdauung normalisieren. Dabei helfen vor allem Milchsäurebakterien & Co. aus Sauermilchprodukten und speziellen probiotischen Zubereitungen. Diese muss man allerdings regelmäßig essen, um einen Effekt zu erzielen.