Richtige Ernährung bei Rheuma

Unter Rheuma, von Fachleuten als rheumatischer Formenkreis bezeichnet, versteht man eine Gruppe von etwa 100 verschiedenen Erkrankungen des Bewegungsapparates. Betroffen sind entweder Gelenke, Muskeln, Knochen oder Sehnen, die von Verschleiß- und Abriebserscheinungen gekennzeichnet sind (Arthrose) und häufig entzündet sind (Arthritis). Rheuma ist meist sehr schmerzhaft und mit erheblichen Einschränkungen der Beweglichkeit verbunden.

Jeder 2te unter 35 Jahre

Man vermutet, dass jeder zehnte Deutsche davon betroffen ist, die Hälfte davon ist unter 35 Jahre alt. Rheuma ist also keine Seniorenerkrankung! Typische äußerliche Symptome sind Schwellungen, Rötungen und fieberhafte Hitze im betroffenen Gewebe.

Abnehmen ist oberstes Ziel

Bei der Therapie der rheumatischen Erkrankungen spielt die richtige Ernährung eine große Rolle. Erstes Ziel von übergewichtigen Rheumatikern ist die Gewichtsabnahme. Das schont die Gelenke, die durch die vielen Kilos zusätzlich belastet werden. Vielen helfen auch Fasten- und Entschlackungskuren, die besonders bei akuten Schüben für Linderung sorgen können. Hier helfen besonders entwässernde Tees.

Grundregeln der Ernährung bei Rheuma

Auch wenn es keine vollständige Ernährungsempfehlung gegen Rheuma gibt, viele Experten sind der Meinung, dass Rheuma durch die richtige Ernährung oft in den Griff zu bekommen ist. Es gibt einige Grundregeln, die jeder Rheumatiker beachten sollte. Die Nahrung sollte viel Obst und Gemüse enthalten, reich an ballaststoffreichen Vollkornprodukten sein und möglichst unbehandelt und schadstoffarm sein. Obst und Gemüse sind wichtig für eine ausreichende Immunstoff-Versorgung mit bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen. Ebenfalls vorteilhaft sind Omega-3-Fettsäuren aus Seefisch oder bestimmten Pflanzenölen. Diese können die Entzündungserscheinungen lindern. Tierische Fette sind dagegen zu meiden, da diese bestimmte Fettsäuren besitzen, die Entzündungsprozesse noch verstärken. Auch tierisches Eiweiß wird von vielen Rheumatikern nicht vertragen. Deshalb sollten Fleisch, Milch und Käse nur in Maßen verzehrt werden.

Individuelles Vorgehen notwendig

Neben dem Beachten dieser allgemeinen Ernährungsregeln sollten die Betroffenen ganz genau beobachten, welche Lebensmittel ihnen schaden und welche nicht. Praktisch bewährt hat sich hier auch ein Ernährungsprotokoll. Das sollte am besten mit dem Arzt abgestimmt werden. Dieser kann zudem auf Dauer angelegte physische Behandlung (Bewegung, Bäder, Packungen) mit in den Maßnahmenplan einbauen.

Praktische Ernährungstipps gegen Rheuma:

Wählen Sie zum Fasten und Entschlacken

  • entwässernde Tees, natriumarmes Mineralwasser
  • kaliumreiche Frucht- und Gemüsesäfte, wie z.B. Orangensaft, Möhrensaft, Rote Bete-Saft, Tomatensaft
  • kaliumreiches Gemüse, wie z.B. Spinat, Mangold, Rote Bete, Kohlrabi, Fenchel, Feldsalat, diverse Kohlsorten, Kartoffeln

Zur Stärkung der Abwehrkräfte wählen Sie

  • viel Obst und Gemüse
  • Vollkornprodukte

Wählen Sie omega-3-reiche Nahrungsmittel

  • mindestens 2 Portionen Fisch pro Woche (vor allem Hering, Makrele, Lachs, Sardine)
  • Omega-3-reiche Pflanzenöle (v. a. Leinöl, Leindotteröl, Weizenkeimöl)

Meiden Sie tierisches Fett:

  • maximal 2 Portionen Fleisch pro Woche
  • fette Wurstwaren, wie z. B. Leberwurst ganz vermeiden
  • wählen Sie anstelle von Butter pflanzliche Öle

Beachten Sie außerdem:

  • Alkohol, Zigaretten, gezuckerte Getränke, Schokolade und andere Süßigkeiten, Kaffee und Schwarzen Tee einschränken, am besten ganz darauf verzichten
  • um Knochenschäden vorzubeugen, sollte viel Calcium, Vitamin D und Vitamin K aufgenommen werden