Richtige Ernährung bei Gicht

Gicht ist eine Harnsäurestoffwechselstörung, die oft in Zusammenhang mit Überernährung, zu hohem Alkoholkonsum und zu wenig Bewegung entsteht. Hyperurikämie ist im weiteren Sinne ein Synonym für die Gicht. Sie beschreibt einen erhöhten Harnsäurewert im Blut (hyper: zu viel, uri: Harn(säure), ämie: im Blut). Die Anlage zu Gicht wird bei der primären Form (primäre Hyperurikämie) vererbt, zur selteneren sekundären Form (sekundäre Hyperurikämie) kommt es durch Folgeschäden anderer Krankheiten wie z. B. nach einem durch Diabetes mellitus entstandenen Nierenversagen.

Typische Wohlstandserkrankung

Weil die Symptome der Gicht meist mit einer zu üppigen und fleischreichen Ernährung auftreten, spricht man auch von einer typischen Wohlstandserkrankung. In den mageren ersten Jahren der Nachkriegszeit beispielsweise gab es die Erkrankung kaum. Das heißt, auch bei einer genetischen Veranlagung zu Gicht können Betroffene die Symptome in den meisten Fällen vermeiden. Es gibt aber auch Gichtformen, bei denen eine ärztliche Behandlung dringend notwendig ist.

Schmerzhafte Kristalle mit Folgen

Bei der Gicht ist die Harnsäurekonzentration im Blut so hoch, dass diese Harnsäure im Gewebe oder den Gelenken auskristallisiert, typischerweise in den Zehen oder den Fingern. Das führt zu äußerst schmerzhaften Entzündungsreaktionen.

Neben den starken akuten Schmerzen eines Gichtanfalles kann Gicht chronisch werden und zu schweren Folgeschäden führen. Vor allem, wenn sie nicht entsprechend behandelt wird. Beispielsweise kann es in den verschiedensten Stellen des Körpers zu Gichtknoten kommen. Auch innere Organe können davon betroffen sein, in der Niere können Nierensteine auftreten, die Folgen reichen bis hin zum Nierenversagen.

Purinarme Ernährung schützt vor Gichtanfällen

Doch so weit muss es nicht kommen. Durch eine purinarme Ernährung lässt sich die Harnsäurekonzentration im Blut deutlich senken und die Gefahr für Gichtanfälle senken. Purinarme Ernährung bedeutet: Innereien, Kleinfische, Haut von Fisch oder Geflügel, Fleischbrühe und -extrakt und Hefe sind tabu. Auch Alkohol sollte vermieden werden.

Daneben gibt es Lebensmittel, die in Maßen genossen werden können, aber auch Lebensmittel, die uneingeschränkt bei Gicht geeignet sind. Um die Harnsäureausscheidung anzukurbeln, ist es sehr wichtig, viel Flüssigkeit und Form von kalorienarmen Getränken zu sich zu nehmen.

Praktische Ernährungstipps gegen Gicht:

Geeignet für die Ernährung bei Gicht

  • Gemüse, Salat, Obst
  • Reis, Kartoffeln, Nudeln
  • Milch und Milchprodukte
  • Wichtig: Viel trinken. Mindestens zwei Liter kalorienarme Getränke (z. B. Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees, Fruchtsaftschorle etc.)

Reduzieren Sie den Verzehr folgender purinhaltiger Lebensmittel wie

  • Fleisch, Wurst
  • Fisch (Haut weglassen)
  • Hülsenfrüchte, Sojabohnen (nicht zusammen mit Fleisch verzehren)
  • Nüsse und Samen

Vermeiden Sie den Verzehr folgender purinreicher Lebensmittel

  • Innereien
  • Kleinfische wie z.B. Sprotten, Ölsardinen, Sardellen und Schalentiere
  • Haut von Fisch und Geflügel
  • Fleischbrühe und Fleischextrakt
  • Hefe
  • Alkohol, insbesondere Bier

Tipp:

Gichtpatienten mit Übergewicht sollten Abnehmen. Aber: Keine Radikalkuren, da beim Fasten vermehrt Harnsäure im Körper entsteht. Langsames, konstantes Abnehmen in Verbindung mit regelmäßigem Sport (z. B. Walking) ist der beste Weg, das Sollgewicht zu erreichen. Dies wirkt sich wiederum günstig auf den Harnsäurespiegel aus.