Jodhaltige Lebensmittel gegen Jodmangel

Die Böden und das Grundwasser in Deutschland enthalten nur wenig Jod. Entsprechend jodarm sind auch unsere Lebensmittel. So sah man früher oft Menschen mit einer auffällig vergrößerten Schilddrüse, dem so genannten „Kropf“. Durch die Jodierung von Speisesalz und Tierfutter hat sich die Situation mittlerweile erheblich verbessert. Dennoch sind immer noch 40 % der Kinder nicht ausreichend mit Jod versorgt. Es heißt, dass ein Drittel aller deutschen Erwerbstätigen auf Grund von Jodmangel eine vergrößerte Schilddrüse oder Knoten haben. Grund genug, weiterhin auf die Zufuhr von Jod zu achten. Doch wie viel Jod benötigen wir pro Tag? Und wie kann man einem Jodmangel am besten vorbeugen?

Jod: essentiell für Schilddrüse und Wachstum

Jod ist ein essentielles Spurenelement. Es ist lebensnotwendig und kann vom Körper nicht selbst gebildet werden. Deshalb müssen wir Jod ständig mit der Nahrung aufnehmen.

Unser Körper benötigt Jod, um die Hormone der Schilddrüse zu bilden. Diese chemischen Botenstoffe steuern zentrale Abläufe im Stoffwechsel. Besonders wichtig sind sie für das Wachstum und für die Entwicklung von Knochen und Gehirn. Zudem regulieren sie unseren Energieeinsatz und die Körpertemperatur. Auch unser seelisches Befinden wird durch die Schilddrüse mit beeinflusst.

Jodmangel macht antriebslos

Nehmen wir mit der Nahrung zu wenig Jod auf, versucht der Körper dies auszugleichen, indem er die Schilddrüse vergrößert und das Jod besser ausnutzt. Ein lang anhaltender Jodmangel führt so zu einer krankhaften Vergrößerung der Schilddrüse, dem so genannten „Kropf“.

Können nicht genug Schilddrüsenhormone gebildet werden, sinkt die Stoffwechselaktivität. Die Folge: Konzentration und Leistungsfähigkeit lassen nach, die Infektanfälligkeit steigt. Bei Erwachsenen kann fehlendes Jod auch die Fruchtbarkeit herabsetzen.

Besonders schlimm ist ein Jodmangel im Kindesalter, da er die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern beeinträchtigen kann. Schon beim Ungeborenen im Mutterleib sind Missbildungen und Reifungsstörungen möglich. Kinder mit starkem Jodmangel wachsen langsamer. Eine verzögerte Entwicklung des Gehirns kann Lern- und Merkschwierigkeiten verursachen.

Vorbeugung bleibt wichtig

Die Ursache des Jodmangels liegt in der historischen Entwicklung: Jod wurde mit der Gletscherschmelze und durch Verwitterung aus dem Gestein freigesetzt und ins Meer abtransportiert: Daher sind Seefische und andere Meerestiere besonders gute Jodlieferanten. Durch den geringen Jodgehalt der Böden können die Pflanzen dagegen nicht viel Jod anreichern.

Mitte der 70er Jahre lag die durchschnittliche Jodaufnahme bei nur 30-70 µg täglich. Inzwischen ist sie auf immerhin 100 µg täglich angestiegen. Nach den Kriterien der WHO erfüllt Deutschland nur ganz knapp die Kriterien für eine ausreichende Versorgung mit Jod. Dies bezieht sich außerdem auf den Durchschnitt der Bevölkerung. So sind immer noch viele Deutsche mit Jod schlecht versorgt. Und entsprechend häufig findet man immer noch Veränderungen der Schilddrüsenfunktion auf Grund von Jodmangel.

Eine entscheidende Verbesserung der Jodversorgung wurde durch vorbeugende Maßnahmen wie die Jodierung von Salz und Tierfutter erreicht. Aber nur wenn die Deutschen weiterhin ständig mit zusätzlichem Jod versorgt werden, können gesundheitliche Schäden durch Jodmangel dauerhaft verhindert werden.

Wie viel Jod ist nötig?

Für Erwachsene empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine Aufnahme von 180 µg pro Tag, für Schwangere und Stillende deutlich mehr (s. Infokasten). Wie lässt sich der tägliche Bedarf also decken?

Natürliche jodreiche Lebensmittel sind vor allem Seefische. Deshalb sollten Seelachs, Scholle, Schellfisch, Kabeljau & Co mindestens einmal, besser zweimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen. Schon 100 g Seelachs decken den täglichen Bedarf eines Erwachsenen von 200 µg Jod. Süßwasserfische dagegen liefern praktisch kein Jod.

Auch der tägliche Verzehr von Milch- und Milchprodukten kann zur Jodversorgung beitragen. Ihr Jodgehalt ist allerdings abhängig von der Jodierung des Tierfutters. Ähnliches gilt für Fleisch- und Wurstwaren.

Wichtig ist vor allem die Verwendung von jodiertem Speisesalz im Haushalt. Auch sollte man insbesondere bei Brot, Backwaren, Wurst, Käse und Fertiggerichten das Zutatenverzeichnis studieren und darauf achten, welche Produkte mit Jodsalz hergestellt sind.

Jod besonders wichtig für Schwangere und Stillende

Ein Jodmangel ist besonders kritisch für schwangere und stillende Frauen, da sich ihr Jodmangel auf das Neugeborene und den gestillten Säugling überträgt. Schwangeren und Stillenden wird deshalb empfohlen, zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung Jodtabletten einzunehmen. Am besten wird damit bereits vor einer geplanten Schwangerschaft begonnen, um die Jodspeicher im Körper aufzufüllen. Die tägliche Einnahme von 100-150 µg Jod in Tablettenform gilt als ausreichend. Vorher sollte allerdings Rücksprache mit dem Frauenarzt gehalten werden.

Tipp: Kennen Sie schon unser TIP Jodsalz mit Fluor?

TiP Jodsalz

Wussten Sie schon, dass …

die Jodierung in Europa nicht einheitlich geregelt ist? In Deutschland wird zur Jodierung Kaliumjodat verwendet, in anderen europäischen Ländern können auch andere Verbindungen eingesetzt werden, zum Beispiel Kaliumjodid. Sollten Sie jodiertes Speisesalz aus anderen europäischen Ländern mit deutschem Jodsalz vermischen, kann es dadurch zu farblichen Veränderungen des Salzes kommen. Aus diesem Grund finden Sie auf Jodsalz manchmal den vorsorglichen Hinweis: „Nicht mit jodiertem Speisesalz vermischen“. Also kein Grund zur Besorgnis!

Informationen:  

Empfohlene Jodzufuhr pro Tag

 
   
Personengruppe Jod (Mikrogramm (µg) /Tag)
Säuglinge 40 - 80
Kinder, 1 - 10 Jahre 100 - 140
Jugendliche, 10 - 18 Jahre 180 - 200
Erwachsene über 50 Jahre 180
Schwangere 230
Stillende 260
   
Quelle: D-A-CH Referenzwerte der Nährstoffzufuhr  
   
Reiche Jodquellen
(pro 100 g verzehrbarer Anteil) Milch
Jod (µg)
Trinkmilch (1,5 und 3,5 % Fett) 3
   
Fisch, Fischprodukte, Meeresfrüchte  
Brathering 131
Kabeljau 120
Garnele, Miesmuschel 130
Scholle 190
Seelachs 200
Schellfisch 243
   
Gemüse und Pilze  
Feldsalat 62
Champignons 18
   
Quelle: Der Brockhaus Ernährung