Chronische Verstopfung - was tun?

Chronische Verstopfung

Chronische Verstopfung, die sog. Obstipation, ist eine typische Krankheit unserer Zeit. Von einer Obstipation spricht man, wenn der Darm seltener als alle 2-3 Tage spontan entleert wird. Anzeichen dafür sind harter Stuhl, Pressen bei der Stuhlentleerung und das Gefühl der unvollständigen Entleerung. Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und Bauchschmerzen sind meist die Folge. Frauen sind von Verstopfung häufiger betroffen als Männer.

Vielfältige Ursachen

Die Ursachen hierfür sind fast ausschließlich in unserer Lebens- und Ernährungsweise zu suchen. Ballaststoffarme Ernährung, mangelnde Bewegung, Stress, Hetze oder Medikamentenmissbrauch können die normale Darmfunktion stark einschränken. Wer unter Obstipation leidet, sollte deshalb unbedingt auch seine Lebensgewohnheiten hinterfragen.

Das A und O: Ballaststoffe und Flüssigkeit

Mit einer ballaststoffreichen Kost, die die Darmtätigkeit fördert, kann man dieser Krankheit in vielen Fällen gut entgegenwirken. Ballaststoffe kommen übrigens nur in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Besonders reich sind Vollkornbrot und andere -getreideprodukte, Kartoffeln, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte, Nüsse und Trockenfrüchte. Enorm wichtig zu einer ballaststoffreichen Ernährung ist eine ausreichende Zufuhr an Flüssigkeit. Mindestens zwei Liter am Tag sollte man trinken (Kaffee, schwarzer Tee, Trinkschokolade oder Alkohol sind hier nicht zu empfehlen). Denn sonst können die Ballaststoffe im Darm nicht genügend quellen. Dann erreicht man genau das Gegenteil: noch mehr Verstopfung.

Mehr Stuhl bringt Bewegung

Ballaststoffe werden im Gegensatz zu den anderen Nahrungsbestandteilen in Magen und Dünndarm nicht aufgeschlossen und gelangen auf diese Weise unverdaut in den Dickdarm. Dort dienen sie nützlichen Darmbakterien als Nahrungsgrundlage, werden vergoren oder unverändert mit dem Stuhl wieder ausgeschieden. So steigern Ballaststoffe auf mehrerlei Weise die Stuhlmasse. Diese übt nun einen Reiz auf die Dickdarmwände aus, wodurch die Darmtätigkeit angeregt wird. Der Darminhalt wird schneller fortbewegt und die Darmpassagezeit verkürzt sich.

Praktische Ernährungstipps gegen Obstipation:

Bevorzugen Sie ballaststoffreiche Lebensmittel wie

  • Getreide und Getreideprodukte aus Vollkorn, Haferflocken
  • Vollkornreis, Vollkornteigwaren
  • Kartoffeln
  • Gemüse, z. B. Kohlsalate, Zuckermais, Erbsen, Bohnen, Linsen, Rosenkohl, Brokkoli, Sprossen, Keimlinge und Hülsenfrüchte
  • Obst
  • milchsäurehaltige Lebensmittel wie Joghurt und Sauerkraut
  • Nüsse
  • Trockenfrüchte

Wichtig: Trinken Sie dazu mindestens 2 Liter am Tag!

  • Wasser, Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees, mit Mineralwasser verdünnte Obstsäfte

Reduzieren Sie / Genießen Sie in Maßen

  • Fertigprodukte, Fastfood
  • Fleisch und Wurst
  • Eier
  • Käse
  • schwarzer Tee, Kaffee (entziehen dem Darm Wasser)

und vermeiden Sie stopfende Lebensmittel wie

  • Schokolade
  • Kakao
  • Rotwein

Tipp:

Weil sie schnelle Linderung versprechen, kann der Griff zu Abführmitteln verlockend wirken. Hier ist große Vorsicht geboten. Alle Abführmittel sind mit Risiken verbunden und sollten deshalb unbedingt mit dem Arzt oder Apotheker abgesprochen werden.

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