Der neue Trend: Schneeschuhwandern

Neuer Trend: Schneeschuhwandern

Schneeschuhwandern ist ein Naturerlebnis in seiner ältesten und reinsten Form. Seit Urzeiten dienten Schneeschuhe in verschneiten Gegenden als Hilfsmittel zur Fortbewegung.

Heute liegt Schneeschuhwandern voll im Trend. Denn mit Schneeschuhen gehen kann jeder. Welch ein Genuss, die ersten Spuren durch jungfräulich glitzernden Schnee zu ziehen und die Stille des verschneiten Winterwaldes zu genießen. Wer es sportlicher mag, erklimmt Hügel in der Umgebung oder besteigt entfernte Gipfel. Mit Schneeschuhen erreichen Sie Ziele, die anderen verborgen bleiben.

Geh-Hilfen für Trapper und Holzfäller

Im Kaukasus wurden Geh-Hilfen für tiefen Schnee bereits vor Christi Geburt genutzt. Die Völker in schneereichen Gebieten entwickelten verschiedenste Formen von Schneeschuhen: ovale, längliche, dreieckige oder solche, die an Tennisschläger erinnern. Früher wurden Schneeschuhe aus gebogenem Holz gefertigt und mit Lederstreifen bespannt. Ziel ist es, das Körpergewicht auf eine größere Fläche zu verteilen und das Einsinken zu verhindern. Damit konnten Jäger, Holzfäller und andere Arbeiter auch im Winter Ihrer Tätigkeit nachgehen.

Leichtfüßig und fit im Schnee

Heute sind Schneeschuhe ein Wintersportgerät, das ‚Just for fun' eingesetzt wird. Der Vorteil: Kinder haben daran genauso großen Spaß wie Erwachsene, Geübte wie Ungeübte, wilde Gipfelstürmer ebenso wie bedächtige Landschaftsgenießer.
Schneeschuhwandern ist ein hervorragendes Ausdauertraining. Es kurbelt den Kreislauf an und fördert die Fettverbrennung. Alle Muskeln werden dabei beansprucht. Zudem stärkt das Laufen in freier Natur das Immunsystem und entspannt die Seele. Ganz nebenbei verbraucht man pro Stunde Schneeschuhwandern rund 500 Kalorien.

Auswahl von Schneeschuhen - worauf achten?

Die heutigen Schneeschuhe sind im Vergleich zu ihren Ahnen viel kleiner. Leichtgewichtige Alurohre, bespannt mit einem widerstandsfähigen gummierten Gewebe sind robust und ermöglichen und eine gleichmäßige Gewichtsverteilung auf den Schneeschuh. Schneeschuhe aus Aluminium werden häufig für leichteres Gelände und tiefen Schnee verwendet. Schuhe aus Hartplastik mit Spikes oder Krallen eignen sich besser für steileres Gelände. Modelle mit scharfen Zähnen ermöglichen es sogar, in Gletscherspalten hinab zu steigen oder an windgepeitschten Hängen zu wandern.

Eine gebogene Spitze verhindert, dass sich Schnee auf dem Schneeschuh ansammelt. Shock Absober versprechen eine bessere Dämpfung. Ein wichtiges Extra sind Steighilfen. Sie erhöhen die Ferse beim Aufstieg. Das dadurch erreichte waagerechte Laufen soll bis zu 30% Kräfte sparen.

Welche Größe, welche Form und welche Extras man wählt, hängt einerseits vom Körpergewicht und von der Schrittlänge ab, andererseits von der Art der Tour und der Schwierigkeit des Geländes. Am besten lässt man sich im kompetenten Fachhandel oder beim Verleih beraten.

Die Schuhe: wasserfest und stabil

Für das Schneeschuhlaufen sind keine Spezialschuhe erforderlich. In der Regel passen alle Schuhe in die einfache Bindung, die mit dem Schneeschuhgestell elastisch verbunden ist. Empfehlenswert sind stabile, gefütterte und wasserdichte Winterschuhe. Sie sollten guten Halt geben und die Füße warm und trocken halten.

Mit Sicherheit eine gute Bindung

Eine gute Bindung trägt entscheidend zur Sicherheit im Gelände bei. Sie sollte sicher schließen, aber auch im Schnee und mit klammen Händen leicht zu öffnen sein. Riemenbindungen sind nicht zu empfehlen, da sie sich leicht lockern und im vereisten Zustand schlecht zu bedienen sind. Natürlich müssen die Bindungen zu den Schuhen passen und stabilen Halt gewähren. Eine große Erleichterung sind bewegliche Bindungen, die dafür sorgen, dass der Rahmen bei jedem Schritt so kippt, dass Gelenke und Bänder geschont werden. Zugleich erlaubt dies eine flottere Gangart. Bindungen sollten selbstverständlich immer sorgfältig eingestellt und kontrolliert werden.

Stöcke für Balance und Unterstützung

Stöcke sind beim Schneeschuhwandern wichtiger als beispielsweise beim Wandern oder beim Skifahren. Sie helfen, das Gleichgewicht im Schnee zu halten. Beim Aufstieg unterstützen sie die Beinarbeit, beim Abstieg stabilisieren sie und federn das Gewicht ab. Die Stöcke sollten möglichst große Teller besitzen, damit sie nicht einsinken.

Die Kleidung: atmungsaktive Zwiebel

Wie bei allen Wintersportarten empfiehlt sich wetterfeste, aber atmungsaktive Kleidung. Ideal sind mehrere Lagen, von denen man nach Bedarf Teile ausziehen kann: Funktionsunterwäsche, Hemd, Pullover oder Fleece. Äußerste Schicht sollte in jedem Fall eine wind- und wasserdichte Jacke sowie eine entsprechende Hose sein. Atmungsaktive Materialien sorgen dafür, dass Schweiß nach außen transportiert wird und nicht zu Unterkühlung führt. Unentbehrlich sind auch Mütze, Handschuhe, Sonnenbrille und Sonnencreme.

Achtung: Natur nie unterschätzen!

Auch wenn das Schneeschuhgehen zumindest in der Ebene kinderleicht ist, sollte man sich mit Umsicht in den verschneiten Bergen bewegen. Alpines Gelände mit steilen Auf- und Abstiegen stellt auch für Schneeschuhgänger eine echte Herausforderung dar. Vereiste Hänge werden für Ungeübte schnell zur gefährlichen Rutschpartie. Auch die Lawinengefahr ist nicht zu unterschätzen.

Anfänger schließen sich am besten geführten Touren an, um Erfahrungen zu sammeln. Auch Fortgeschrittene sollten sich unbedingt vor Ort bei kundigen Führern über Wege und Wetterlage informieren, bevor sie zu einer Tour aufbrechen. So ist gesichert, dass die Schneeschuhwanderung zu einem einmalig schönen Erlebnis wird.

Zahlreiche Tipps zum Wandern auf Schneeschuhen gibt der Online-Kurs "Richtig Schneeschuhgehen"

Geführte Schneeschuh-Touren bieten beispielsweise der Deutsche Alpenverein und der Deutsche Skiverband, aber auch viele Fremdenverkehrsämter und Veranstalter in den Wintersportgebieten. Mehr dazu finden Sie beispielsweise hier.

Schneeschuhe können mittlerweile in den meisten Wintersportorten ausgeliehen werden.