7 Sport-Mythen: Was ist wahr und was ist falsch?

Sieben Sport-Mythen

Zum Thema Sport und Bewegung kursieren zahlreiche Aussagen. So heißt es, das Sport nur etwas bringt, wenn man bis an die Schmerzgrenze trainiert. Stimmt das? Hilft Magnesium tatsächlich gegen Muskelkrämpfe? Und brauchen ambitionierte Sportler unbedingt Energydrinks? Viele Glaubenssätze werden dauernd wiederholt und sind trotzdem nicht richtig. Und viele gelten vielleicht für professionelle Wettkampfsportler, jedoch nicht für Freizeitsportler. Aber an anderen Weisheiten ist durchaus etwas dran. Lesen Sie hier, was wahr und was falsch ist.

1. Sport stärkt das Immunsystem

Stimmt, zumindest für moderaten Ausdauersport. Denn Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung, aktiviert Herz und Muskulatur. Zugleich wird das Immunsystem sanft gereizt und Immunzellen werden gebildet. So bleibt auch die Immunabwehr im Training.

Allerdings kann zu viel des Guten das Immunsystem auch schwächen. Untersuchungen zeigen, dass die Immunabwehr von Marathonläufern und Wettkampfsportlern durch die hohe Belastung eher geschwächt wird. Am gesündesten ist also moderater Ausdauersport mehrmals in der Woche.  

2. Sport bringt nur etwas, wenn es wehtut

Unsinn. Für professionelle Wettkampfsportler mag es sinnvoll sein, bis über die Schmerzgrenze zu trainieren, um ihre Leistung noch weiter zu steigern. Aber selbst für ambitionierte Freizeitsportler reicht es aus, sich zu fordern, aber ohne Schmerzen.

Auch Muskelkater ist keineswegs ein Zeichen für effektives Training. Er zeugt von kleinen Muskelfaserrissen und einer Übersäuerung  des Muskels, die auf eine Überlastung des Muskels hinweisen.

Um einen Trainingseffekt zu erreichen, ist es vor allem wichtig regelmäßig zu trainieren. Zum Beispiel 3 – 5 Mal in der Woche mindestens eine halbe Stunde.  

3. Je schneller, desto besser

Stimmt nicht. Viele Jogger machen den Fehler, zu schnell zu laufen. Dabei ist es sinnvoller, schon zu Beginn ein Tempo zu wählen, das man möglichst lange durchhalten kann, ohne aus der Puste zu geraten. Laufen Sie am besten so, dass Sie sich noch unterhalten können.

Eine längere Trainingseinheit von mindestens 30 Minuten bei niedriger Intensität bringt mehr als ein kürzeres Training mit höherer Belastung. Wer eine halbe Stunde nicht durchhält, sollte zwischendurch kleine Gehpausen machen. Wer dagegen schon gut trainiert ist, kann ab und zu kurze Sprints einlegen, um den Körper durch Belastungswechsel intensiver zu trainieren.  

4. Wer härter trainiert, verbrennt mehr Fett

Stimmt nicht. Ideal zum Abnehmen sind Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren, Laufen, Bergwandern, Inline-Skating, Walking oder Aerobic, bei denen im aeroben Bereich trainiert wird. Denn im aeroben Bereich wird optimal Fett verbrannt. Zusätzliches Muskeltraining kann den Kalorienverbrauch weiter steigern.

Der aerobe Trainingsbereich kann über die Pulsfrequenz mit einem Pulsmesser bestimmt werden. Wie das geht, lesen Sie im Infokasten. Allerdings reicht auch die einfache Faustregel: Trainieren Sie so, dass Sie sich noch gut unterhalten können. Dann befinden Sie sich im idealen Trainingsbereich und können sich über schmelzende Pfunde freuen.

5. Warmmachen und Dehnen ist überflüssig

Stimmt nicht. Zwar zeigen inzwischen einige Studien, dass das Aufwärmen und Dehnen vor dem Sport weder die Leistung steigert noch das Risiko für Verletzungen verringert. Dennoch erscheint es für den Körper schonender, ihn zunächst auf Betriebstemperatur zu bringen, Muskeln und Sehnen langsam geschmeidig zu machen und sich auch mental auf die Bewegungsabläufe einzustellen.

6. Energydrinks sind ideal zur Versorgung von Sportlern

Stimmt nicht. Sportlerdrinks enthalten meistens Mineralstoffe und Kochsalz, teilweise auch Eiweiße und andere Zusatzstoffe. Die Nährstoffe, die ein Sportler braucht, kann man jedoch ebenso gut und viel günstiger mit alltäglichen Lebensmitteln zu sich nehmen.

Mineralwässer mit vielen Mineralstoffen, vor allem Natrium und Magnesium, ersetzen ausgeschwitzte Mineralsalze. Wer die Wässer mit Fruchtsäften mischt, erhält zudem schnell verfügbare Zucker und wichtige Vitamine. Zur Versorgung mit hochwertigem Eiweiß dienen Milch und Milchprodukte, Fleisch, Fisch und Eier. 

7. Magnesium verhindert Muskelkrämpfe

Stimmt nur bedingt. Der Mineralstoff Magnesium ist unverzichtbar für das Funktionieren unserer Muskeln. Durch viel Sport wird Magnesium verbraucht und ausgeschwitzt. Ist der Körper nicht mehr ausreichend mit Magnesium versorgt, kann dies zu Muskelkrämpfen führen. In diesem Fall kann eine ausreichende Zufuhr des Mineralstoffs Krämpfe verhindern.

Allerdings können Muskelkrämpfe auch durch andere Faktoren verursacht werden, wie beispielsweise Durchblutungsstörungen, Venenleiden, neurologische Probleme oder andere Mangelzustände, wie zum Beispiel Natrium- oder Kaliummangel. Dann hilft mehr Magnesium natürlich nicht.  

Tipp: So verbrennen Sie am meisten Fett

Am größten ist der Anteil der Fettverbrennung beim Training im  aeroben Bereich. Um in diesem Bereich zu trainieren, sollte der Puls 60 % (Anfänger) bis 85 % (gut Trainierte) des Maximalpulses betragen. Der Maximalpuls, der bei sportlicher Belastung nicht überschritten werden sollte, errechnet sich aus 220 minus Lebensalter.

Beispiel: Für einen 35-Jährigen beträgt der Maximalpuls 185 Schläge pro Minute. Der optimale Puls zum Fettverbrennen liegt bei 110 bis 155 Schlägen pro Minute. Anfänger sollten eher bei einem Puls von 110, gute Sportler bei 155 trainieren.

Der Kalorienverbrauch wird generell durch Sport gesteigert. Ideal ist regelmäßiges Ausdauertraining plus Krafttraining. Das Gute daran: Sind die Muskeln erst einmal aufgebaut, verbrauchen sie selbst im normalen Alltag mehr Energie als inaktives Fettgewebe. Aber es braucht natürlich regelmäßiges Training, um die Muskulatur zu erhalten.